Historie

 
 

 

Nostalgie:

als es uns noch nicht gab, brannte ganz Banfe!

 

Der große Brand von Banfe und seine Folgen

 

Unter dem 16.April 1793 meldet die Berleburger Chronik „den Mittag ist daß schöne große Dorf Banfe im Wittgensteinischen biß auf 6 Häußer abgebrandt nebst vieles Vieh, hatt ein starker Windt gegangen, und in der Mühl zuerst angefangen, es sollen 36 Häußer und 18 Scheuern geweßen sein.“ Die Akte B 8 im Wittgensteiner Archiv  beschreibt den Vorgang folgendermaßen: Der Brand brach am Mittag des 16. April aus und wurde durch starken Sturm noch angefacht. In einer halben Stunde brannten rund 70 Gebäude nieder, fast 280 Menschen wurden dadurch obdachlos und mittellos. Die Verluste an Vieh waren sehr hoch. Eine Frau (Hengsschusters), Mutter noch unmündiger Kinder, kam beim Versuch,  ihr Vieh aus dem Stall zu retten, in den Flammen um, ihre Leiche fand man erst zwei Tage später im Schutt. Auch sonst hatten mehrere Einwohner Brandwunden davongetragen.

 

Übereinstimmend erzählen ältere Banfer Einwohner und auch die Nach-kommen des Müllers Göbel, damals in der oberen Mühle, daß in diesem Haus beim Pfannkuchenbacken Fett in Brand geraten sei, und das Feuer dann im offenen Kamin auf die Speckvorräte übergegriffen habe. Von dort aus sprang es auf das Strohdach über und durch die trockene und gleichzeitig stürmische Witterung kam es zur Katastrophe. Nach der Oberen Mühle brannte dann „Unten Hewes“- Haus, von dort breitete sich das Feuer rasch über das Mitteldorf aus, bis es ungefähr auf der Linie der heutigen Talstraße zum Stillstand kam. An dieser Stelle blieben auch einige Häuser, die vor 1793 gebaut worden waren, stehen, so das alte „Buchborn“- Haus, das vor etlichen Jahren abgebrochen wurde. Nach der Überlieferung ritt ein Mann auf einem weißen Pferd zwischen den Häusern „Kohlenwagener, Schreiners, Mangels“ (heutige Talstraße) hin-durch , und ihm sei es zu verdanken, daß hier das Feuer seine Kraft verlor. Viele Berichte über das furchtbare Chaos im Dorf sind auch heute noch im Umlauf. So wird erzählt, daß der damalige Gemeindevorsteher Strack am Morgen nach der Katastrophe schlohweiße Haare gehabt hätte – was übrigens durchaus glaubhaft ist. Die Hitze sei so stark gewesen, daß ganze Speckseiten und Schinken wie Granaten durch die Luft geflogen seien.

 

Solche Brände drohten in der Vergangenheit ständig: 1741 wurde fast ganz Feudingen zerstört, 1825 brannten Teile Berleburgs ab. Schuld daran war die Bauweise der Häuser mit ihrem Fachwerk und den Stroh-dächern, noch viel mehr aber die Konstruktion der Kamine, die trotz zweimaliger jährlicher Kontrolle eine große Gefahr bedeuteten. Natürlich war auch der Brandschutz bei weitem nicht so durchorganisiert wie heute. Brände bedeuteten für die Bewohner der betroffenen Gemeinde eine tiefgreifende Katastrophe, deren Wirkungen sich über Jahrzehnte hinzogen. Die unmittelbare Folge war der Verlust von Haus und Hausrat, Vieh und Erntevorräten. Alles das mußte neu beschafft werden, ohne daß es dafür Versicherungen gegeben hätte. In der genannten Akte wird dieser Punkt besonders betont: Daß es nämlich in den kleinen (und finanzschwachen) Reichslanden keine Assekuranzanstalten gab, was die Lage der Geschädigten erheblich verschärfte, denn sie waren lediglich auf landesherrliche Unterstützung und fremde Hilfe angewiesen. Da-durch gerieten sie in eine hohe Verschuldung, die bei der schlechten Erwerbslage in Wittgenstein erst im Laufe langer Jahre abgetragen werden konnte. Diesen Dingen soll hier nachgegangen werden.

 

Als eine der ersten Maßnahmen der Landesregierung erfolgte die Auf-nahme des Schadens. Offenbar fanden mehrere Befragungen der Abge-brannten statt, da zunächst die Angaben unvollständig waren. Zerstört waren 31 Wohnhäuser und das Banfer Schulhaus, 31 Hausbesitzer, 7 Beisitzer und der Hirte Marx waren betroffen, insgesamt 266 Personen. Außerdem führt die Schadensliste an Wirtschaftsgebäuden die Obere Mühle, eine Schmiede und zahlreiche Scheunen und „Bäuchen“ auf. Die gemeldete Summe belief sich auf 49.650 fl., wobei im einzelnen Beträge zwischen 2.500 und 150 fl. genannt wurden. Bei neun der Geschädigten belief sich der Betrag auf über 2.000 fl., bei 13 lag er zwischen 1.500 und 2.000 fl. und bei vier zwischen 1.000 und 1.500 fl., alle anderen hatten weniger verloren. Der Bedarf an Brotfrucht bis zur nächsten Ernte betrug 141 Mötte Korn und ebensoviel Gerste. Für das Vieh, es waren 18 Pferde, 18 Ochsen und 116 Kühe gerettet worden, rechnete man mit einem Futterbedarf von 147 Wagen Heu und 507 Gebund Stroh. Über die Lieferung von Korn, Gerste, Hafer und Heidekorn liegen übrigens Quittungen der Banfer vor.

Gleichzeitig mit diesen Erhebungen wurde versucht, durch Kollekten im eigenen Land und sonst überall in Deutschland Spenden hereinzu-bringen. Solche Kollekten waren in damaliger Zeit an der Tagesordnung. Im eigenen Land wurden sie in Zusammenarbeit mit den Pfarrern und Kirchenältesten veranstaltet, nach auswärts schickte man sogenannte Kollektanten, die mit einer entsprechenden Legitimation versehen waren, oder man schrieb direkt die Landesherren und Bürgermeister an. Joachim Naumann hat in seiner Arbeit „Vaganten und mobile Gruppen im Wittgensteinischen“ über solche Kollektanten in Feudingen berichtet, die sich zuallererst an die Ortspfarrer oder bei den Städten an den Rat mit der Bitte um ein Almosen wandten. Die Spenden, die sie erhielten, waren freilich im allgemeinen gering, es klopften ja auch zu viele an die Türen der Pfarrhäuser und Ratsstuben.

 

Für Banfe erfolgten die ersten Kollekten schon wenige Tage nach dem Brand. Bereits am 29. April fand eine „auf freiem Felde bey Banfe gehaltene Predigt“ statt. Dabei sammelte man bei den fremden Zuhörern 28 fl. 30 xr. ein, die zur Anschaffung neuer Gesangbücher verwendet werden sollten. Vermerkt wird noch, es sei „schlecht Geld“, die hochherzigen Geber hatten also offensichtlich Münzsorten mit geringem Kurswert gespendet. Auch sonst wird über Kursverluste bei dem gesam-melten Geld geklagt, so zum Beispiel „wegen der defallirten (im Kurs gefallenen) Preußischen Münze.“ – Auf Schloß Wittgenstein und in Laasphe kollektierte der Pedell Canstein, der die größte Summe zusammenbrachte, nach Siegen, Wetzlar, Dillenburg schickte man den Banfer Lehrer Joh. Kraft Meisborn, der für seine 19tägige Reise 17 fl. Spesen abrechnete, und in die Wittgensteiner Dörfer gingen Anton Hofmann und Hermann Schmidt. Sie erhielten neben Geld auch Brot-frucht, Heu, Kartoffeln und Stroh. Die wittgensteinischen Geistlichen ließen ihren Konvent ausfallen und stifteten die für die Mahlzeiten vorgesehenen Gelder.

 

Die  meisten Versuche, Spenden hereinzubekommen, wurden aber brieflich unternommen. Nachdem am 20. April verschiedene Zeitungen mit einer Notiz über das Unglück in Kenntnis gesetzt worden waren, schrieb man noch im April von Seiten der Landesregierung etwa hundert verschiedene Fürsten und Städte an und schilderte die Lage, die in Banfe entstanden war. Die Briefe ähnelten sich natürlich weitgehend, waren im einzelnen aber doch auf den betreffenden Empfänger zugeschnitten. Sie erhielten Sätze wie: „Es hat eines der besten Dörfer meines Landes, Banfe betroffen ...“ oder „ ... In dieser Absicht nehme ich mir die Freiheit Euer p.p. die Noth und das Elend besagter Gemeinde Banfe an das Herz zu legen, mit der angelegentlichen Bitte, um geneigteste Verwilligung einer Collekte in den Kirchen dero Landes. Es laßen  Euer p. bekannte ruhmwürdige milde Gesinnung die Gewährung dieses Anliegens mich hoffen ...“ Man mußte schon das Elend und die Not in glühenden Farben ausmalen, um bei der Menge entsprechender Schreiben überhaupt be-rücksichtigt zu werden. Die Antworten, in einzelnen Fällen blieben sie ganz aus, sind recht unterschiedlich. Mancher war „ mit dem innigsten Mitleid durchdrungen“, lehnte aber ab, andere nahmen „an dem harten Schicksal wahren Anteil“ und halfen. Es fehlte auch nicht an Vor-würfen: „Ungeachtet ich für einigen Jahren nicht so glücklich war, für eine hiesige Collecte in dortigen Gegenden Aufnahme zu finden“, wollte man doch etwas beitragen. Um einen Überblick zu geben, wohin man sich gewandt hatte, seien hier einige der Spender aufgeführt: Die Städte Wetzlar, Siegen, Dillenburg, Frankfurt, Bremen, Schweinfurt, Regensburg, Ulm, Augsburg, Friedberg, Schwäbisch Hall und andere, die Fürsten bzw. ihre Länder: Graf von der Lippe, Stollberg, Reuß, Castell, Erbach, Bentheim-Tecklenburg, Fürst Schaumburg-Lippe, Reuß, Wittgenstein-Berleburg, Landgraf von Hessen-Darmstadt usw. Solche Spenden waren damals eben üblich, auch ohne das man zum Empfänger eine besondere Beziehung gehabt hätte. Das zeigt auch folgender Eintrag in der Liste: „Ein ungenannter Freund in Dietz 50 fl.“. Alle Geber erhielten eine passend abgefaßte Danksagung. Wer ablehnte gab meist als Grund an: Häufung von ähnlichen Kollekten, eigene Probleme mit Brand- und Kriegsschäden oder auch, daß man eine Brandkasse einge-richtet und den Leuten dabei versprochen habe, sie wegen der Beitrags-zahlungen in Zukunft von solchen Sammlungen zu verschonen. Immerhin hatten etwa 2/3 der Bittbriefe Erfolg.

 

Die Summe, die auf diesem Wege zusammenkam, war freilich im Vergleich zur Höhe des Schadens gering und konnte nur als erste Unter-stützung dienen. Es waren 5.740 fl. Als im Juni/Juli die Gelder eintrafen, wurde die Frage akut, wie die Verteilung vorzunehmen sei. Man kam überein, vor allem eine Aufbauhilfe für die Häuser zu gewähren und dabei jedem eine gleiche Summe zukommen zu lassen, den Beisitzern allerdings weniger. Am 21. Juli wurden erstmals 3.636 fl. ausgezahlt. Die Hausbesitzer erhielten jeder 110 fl. 30 xr., ebensoviel wurde für das Schulhaus bereitgestellt. Die Namen der Empfänger sind: Förster Zimmermann, Müller Hermann Göbel (Obere Mühle), Joh. Christ. Stenger, Georg Stenger, Joh. Arndt Schmidt, Joh. Schmidt, Heinrich Marburger, Georg Klotz, Joh. Roth, Jak. Wagner sen., Kraft Althaus, Joh. Wagner, Heinrich Schuppener, Joh. Danzebächer, Joh. Kraft Schmidt jun., Jost Dörr, Joh. Blecher, Wilh. Schmidt, Kraft Schmidt, Anton Hofmann, Peter Klein, Joh. Weber jun., Joh. Jost Roth, Kraft Weber, Joh. Christ. Schmidt, Joh. Jost Bode, Joh. Wagner jun., Joh. Henk, Herm. Schmidt. Die Beisitzer erhielten wesentlich weniger. Der Schulmeister Kraft Meisborn 18 fl., Schafhirt Jost Henrich Schneider 17 fl., Witwe Jost Saßmannshausen 17 fl., Schafhirt Joh. Paul 6 fl., Valentin Hof 25 fl. und Christ. Danzenbächer 18 fl. Später erhielt noch der Hirte Joh. Marx 11 fl. und Elis. Danzenbächer ½ Laubtaler. Im August wurden noch einmal 18 fl. und 21 fl. verteilt. Davon zog man allerdings den Wert von gelieferten Nägeln, die aus Erndtebrück und Schmallenberg bezogen worden waren, ab.

 

Nicht alles Kollektengeld ging an die Betroffenen. Die Spesen für die Brandwache und die Kollektanten mußten davon bezahlt werden, der Schulmeister erhielt seinen Verdienstausfall in Höhe von 14 fl. ersetzt, für die Winterschule wurde eine Stube angemietet und 245 fl. für den Neubau des Schulhauses bereitgestellt. Die Kapelle war offensichtlich vom Feuer unversehrt geblieben, aber die Abendmahlskanne mußte aus Frankfurt für 8 fl. neu beschafft werden. Schließlich besorgte man noch 6 neue Feuerleitern.

 

Die nächsten Maßnahmen galten dem Wiederaufbau des Dorfes. Schon am 1. Mai begann eine Kommission bestehend aus Kammerrat Herwig, Rentmeister Gross und Forstsekretär Groos ihre Tätigkeit. Aus der Umgebung wurden die Bauhandwerker vorgeladen, die Zimmerleute Jakob Velte (Weifenbach), Georg Blöcher (Achenbach), Heinrich Platt (Wallau), Vöpel (Kombach), Joh. Schmidt (Dexbach), Schäfer (Nd. Laasphe), Georg Schuppener (Hesselbach), Daniel Grebe (Schwarzenau) und die Ziegelbrenner Paul und Joh. Heinrich Roßbach und Georg Thome aus Wallau. Während mit den Ziegelbrennern die Lieferung von möglichst vielen Ziegeln und Backsteinen vereinbart wurde, kam es mit den Zimmerleuten zu keiner allgemeinen Einigung, weshalb schließlich festgelegt wurde, daß jeder der Abgebrannten seinen eigenen Akkord machen und das Geld selbst beschaffen sollte. Der Plan des Grafen, die Baustellen mit größeren Abständen neu anzuweisen, scheiterte am Widerstand der Banfer, so daß schließlich jedem zugestanden wurde, an der alten Stelle neu zu bauen, „außer diesseits des Wassers“, wo die Baustellen verteilt werden sollen. Festgelegt wurde allerdings die Größe der Häuser, denn hier hatte der Graf bei der Holzvergabe den längeren Arm. Sie durften höchstens 28 Fuß breit werden und mußten 42 Fuß Abstand halten, auch sollten sie 2 Fuß hoch über die Erde kommen. Das Bauholz wurde zunächst vorgeschossen. Immerhin kam dabei für 27 Bauten, darunter 2 Doppelhäuser, eine Summe von über 10.000 fl. zusammen. Wie aus den Hausinschriften ersichtlich ist, konnten die ersten Neubauten schon im Juni gerichtet werden, im Juli bis September kamen mehrere andere hinzu, aber auch 1794 hatten die Zimmerleute immer noch in Banfe zu tun.

 

Insgesamt ist also festzustellen, daß die Landesregierung verhältnismäßig rasch und überlegt handelte, um der betroffenen Gemeinde zu helfen. So konnte die erste Not überwunden werden, für die Abgebrannten blieben aber noch viele Probleme für lange Zeit bestehen, denn die hohen Schulden mußten nun abgetragen werden. Sie betrugen allein gegenüber dem Grafen 16.638 fl. An eine Tilgung in Geld war kaum zu denken, im allgemeinen mußten die Schulden abgearbeitet werden. Das geschah durch Roheisenfuhren von der Friedrichshütte zu den berleburgischen Hämmern oder durch den Bau von Grenz- und Hegegräben und anderem. 1804 hatten neun Banfer Einwohner noch nichts von ihrer Schuld abge-tragen und 1836 stand noch fast die Hälfte des Betrages offen. Daß es hierbei zu Mißhelligkeiten mit der fürstlichen Rentkammer kommen mußte, ist selbstverständlich. 1817 hatten alle Geschädigten bzw. deren Nachkommen von der Debit-Kommission ausdrücklich ihre Schuld aner-kannt. Mehrfach wurde der Versuch gemacht, einen Tilgungsplan aufzu-stellen, aber regelmäßig scheiterte das, und man sah ein, daß durch die Verarmung der Betroffenen einfach nichts gezahlt werden könne. Als einzige Verdienstquelle wird 1830 Holzklaftern und Holzabfuhr angegeben. 1836 kam es zu einem Musterprozeß, in dem der betreffende Schuldner zur Zahlung verurteilt wurde. Aber auch das verlief im Grunde ergebnislos, da sehr bald deutlich wurde, daß eine gerichtliche Eintreibung der Gelder (wie sie allerdings in einzelnen Fällen erfolgt ist) zum Ruin der Leute führen musste. Schon vorher hatte man ver-schiedentlich Zwangsmaßnahmen angedroht, sie waren aber nie durch-führbar, da niemand bei einer Versteigerung kaufwillig gewesen wäre. Da in diesem Jahrzehnt die Verhandlungen über die Ablösung der standesherrlichen Lasten zwischen dem preußischen Staat und dem Fürsten stattfanden, hielt man in Banfe wohl auch mit den Zahlungen zurück in der Hoffnung, daß die Brandschuld ebenfalls abgelöst würde. Als schließlich 1838 weitere Zahlungsbefehle ergingen und umgekehrt begründete Anträge auf Einräumung von Zahlungsfristen eingereicht wurden, überlegte man einen anderen Weg zur Lösung des Problems, das in eine Sackgasse geraten war. Am 26. März 1839 stellten die Schuldner ein Immediatgesuch an den preußischen König mit der Bitte um Übernahme der Schuld und Umwandlung in Terminalzahlungen. Damals waren immer noch nahezu 40% abzutragen – nach 46 Jahren! Dieses Gesuch wurde von der Rentkammer in einem Gutachten unterstützt. Den Schlußpunkt setzte dann am 22. März 1847 der Staat, indem er die Banfer Brandschuld übernahm.

 

Soweit der Ablauf der Ereignisse bis zur Tilgung der Brandschuld! Auch heute noch bietet das Dorf Banfe manche Erinnerung an die Katastrophe von 1793. Eine ganze Reihe von Bauten, die damals neu errichtet wurden, stehen noch. Es sind das: „Henk-Schusters“ Haus, Besitzer Martha Höse, aufgeschlagen am 25. Juli 1793 (Im Zuge der Straßener-weiterung abgerissen). – „Braore-Wessersch“ (Breite Wiese), Besitzer Wilhelm Schuppener, aufgeschlagen in 1793. Es trägt u. a. folgende Inschrift: Anno 1793 den 16. April, das yst der Tag, yst Gott bekannt, dass unser Dorf yst abgebrannt auf 70 bey (Gebäude) wohl yns gemein, sol dass nicht gross jamer seyn. auf Gott verlysen wir uns vest, yn keiner noth er uns verlässt. – „Pitz“ Haus, Besitzer Martha Pitz, aufgeschlagen in 1793. – „Melchmanns“ Haus (Schmedts), Besitzer Adolf Schmidt, aufgeschlagen in 1793. – „Brecke“ Haus (an der Banfebrücke gelegen), Besitzer Wilhelm Roth, aufgeschlagen 23. Juli 1793. – „Kroh“ Haus, Besitzer Kretzer, aufgeschlagen in 1793. – „Drine“ Haus, Besitzer Fritz Göbel, aufgeschlagen in 1793. – „Ecke“ Haus, Besitzer Rudolf Roth, aufgeschlagen in 1793. – „Aole Gessels“, Besitzer Ernst Kraft, aufge-schlagen am 29. September 1793. – Hansams“ Haus, Besitzer Luise Wölk, aufgeschlagen am 12. August 1793. – „Knocheschmeds“, Besitzer Marianne Wagner, aufgeschlagen am 6. September 1793. – „Onne Hewes“, Besitzer Haßler. – „Owe Hewes“, Besitzer August Roth, aufge-schlagen am 20. Mai 1794. – „Blass“ Haus, Besitzer Fritz Rothenpieler, aufgeschlagen in 1793. – „Obere Mühle“, aufgeschlagen am 2. August 1793, vor einigen Jahren abgebrochen. – „Hollersch“ Haus, Besitzer Kleikamp, aufgeschlagen am 24. Juni 1793.

 

Es ist durchaus möglich, daß noch andere Häuser aus dieser Zeit stehen. Leider kann man durch die vorhandene Beschieferung oder verwitterte Inschriften nicht mehr genau sagen, wann die Häuser errichtet wurden.

 

Es ist festzustellen, daß die Neubauten nach dem Brand fast alle einen Grundriß von 8,20 x 20.20 m aufweisen. Das entspricht in der Breite durchaus den geforderten 28 Fuß, denn der Fuß rechnete zu etwa 29 bis 30 cm. Der 42 Fuß weite Abstand der Gebäude ist nicht in allen Fällen eingehalten worden. Es gab übrigens während des Wiederaufbaus des Ortes um diese Forderung Prozesse zwischen dem Grafen und Banfer Einwohnern (Joh. Wagner, Joh. Blecher, Joh. Schuppener, Georg Klotz). Die Neubauten sind trotz der gleichen Maße nicht einheitlich verzimmert. Offenbar hatte jeder der vielen beschäftigten Zimmerleute seinen eigenen Stil, selbst bei solchen Bauten, die möglichst billig erstellt werden mußten.

 

Die Schule hatte vermutlich ihren Standort unter der damaligen Kapelle, dort wo die „Bau-Scheune“ stand. So jedenfalls ist die Meinung älterer Einwohner. Damals hat dort auch der Hirte Marx gewohnt und es soll das Geburtshaus des in der Erinnerung noch bekannten „Alten Hirten“, seines Sohnes, gewesen sein. Jedenfalls stimmen auch hier die Maße des Grundrisses mit dem der anderen Häuser überein. Inschriften lassen sich nur bruchstückhaft entziffern, wahrscheinlich sind auch alte Balken wiederverwendet worden, denn im Inneren des Gebäudes finden sich ebenfalls Inschriften. Zu entziffern ist hier nur noch, daß das Gebäude am 17. April 1794 aufgeschlagen worden ist, dann das Wort „Gemeinde“, „Bauerde“ und „brennen“. Die Bauern- und Gastwirts-familie Roth (heute Müsse), von der der Gastwirt Kraft Roth noch im Volksmund lebendig ist, erwarb später bei der Verlegung der Schule in das in der Nähe befindliche heutige Pitzhaus das Gebäude, weshalb sie immer noch den Dorfnamen „Baus“ trägt.

 

Eberhard Bauer, Werner Schmidt                         

 

 Ps.: Der Besitzstand betrifft das Jahr 1987.

 Bedeutung der Währungen: „fl.“ = Florin, „xr.“ = Kreuzer.

 

 

..... es dauerte nach dem großen Brand noch 108 Jahre bis zur Gründung der Freiwilligen Feuerwehr!

 

 

Nicht nur in Banfe gab es die verheerenden Brände zu beklagen. Im Altkreis Wittgenstein sind seit dem 15. Jahrhundert bis ins 19. Jahr-hundert 35 große Dorf- und Stadtbrände bekannt, in dem Orte in Teilbe-reichen oder vollständig abgebrannt sind. Am meisten betroffen war die Stadt Berleburg, die sieben große Brände (1488, 1522, 1534, 1547, 1583, 1763, 1825) überstehen mußte. Aber auch Arfeld (1616, 1733, 1753, 1765), Dotzlar (1708, 1767, 1840), und Laasphe (1506, 1822, 1844), betraf es öfters. Diese Aufzählung von Ortsbränden in Wittgenstein ließe sich noch erweitern, denn auch Wunderthausen (1887, 1893), Diedens-hausen (1632, 1790), Beddelhausen (1660), Wingeshausen (1856), Richstein (1590), Feudingen (1741) und etliche andere Dörfer wurden zumindest teilweise ein Opfer der Flammen. Schaut man sich die erhebliche Zahl von großen Bränden an, so stellt sich die Frage, wie konnte es zu Bränden solchen Ausmaßes kommen?, welche Ursachen gab es für Entstehung und Ausbreitung der Brände?

Hier ist zunächst einmal die Siedlungslage zu nennen. Die Orte, Dörfer wie Städte, waren in vergangenen Zeiten von einer engen und dichten Bebauung geprägt. Haus an Haus, so wurde damals gebaut. So konnte sich auch das Feuer schnell von einem Haus auf das andere ausbreiten. Diese dichte Bebauung sorgte aber nicht nur für ein schnelles Übergrei-fen des Feuers durch Funkenflug von einem auf das andere Haus, sie war auch bei den Löscharbeiten äußerst hinderlich. So wurde nach Bränden immer wieder bei dem Neuaufbau der Orte darauf eingewirkt, die Haus-abstände größer zu gestalten. Stadt- und Dorfbrände gaben so auch die Chance, den Ort neu zu planen und übersichtlich aufzubauen. Meist wurden diese Vorgaben jedoch nicht eingehalten. In Feudingen erreichte der Baumeister Magnus Strack aber eine entscheidende Verbesserung der Siedlungslage und Bauweise. Die Hofanlagen wurden nun großzügiger bemessen, auch wurde nun die Gehöftlage mit vielen kleinen Nebenge-bäuden durch das Einhaus, bei dem Wohnräume, Stall und Scheune unter einem Dach liegen, ersetzt. Außerdem versuchte man besonders in den Städten, die Scheunen, in denen leicht brennbare Futtervorräte wie Heu und Stroh gelagert wurden, außerhalb der Wohnbebauung anzusiedeln. Von Berleburg und besonders von Laasphe sind diese Scheunenviertel vielen noch in Erinnerung.

Neben der Bebauung waren die verwendeten Baustoffe eine Hauptur-sache für das schnelle und verheerende Ausbreiten des Feuers. Die wirtschaftliche Not der Bevölkerung führte dazu, daß die billigen, aber leicht brennbaren Baustoffe Holz und Stroh für den Bau der damaligen Fachwerkhäuser benutzt wurden. Besonders die mit Stroh gedeckten Dächer sorgten für eine rasche Ausbreitung des Feuers. Durch Funken-flug breitete sich der Brand rasch von einem Hausdach auf das nächste aus, und schon bald standen die Dächer und dann auch die Häuser in hellen Flammen. Das Stroh zündete wie Zunder! Obwohl von der Obrigkeit verboten, blieb das mit Stroh gedeckte Dach bis zum Ende des 19. Jahrhunderts die übliche Dacheindeckung im Wittgensteiner Land. Noch in Schullisten aus dem Anfang des 20. Jahrhunderts findet sich bei den Eltern von Schulkindern die Berufsbezeichnung Strohdecker. Das Schieferdach war für den Wittgensteiner Bauherren einfach zu teuer, nur Kirchen und vom Graf errichtete Häuser waren deshalb mit Schiefer gedeckt und für die Herstellung von Dachpfannen eignete sich der heimische Lehm nicht. Anfang des 19. Jahrhunderts versuchte man von Seiten der preußischen Regierung die üblichen und besonders feuerge-fährlichen Strohdächer durch sogenannte Lehmschindeldächer zu ersetzen. Bei diesen Dächern wurde das Stroh mit Lehm vermischt, wodurch die Entzündbarkeit erheblich vermindert wurde. Da diese Lehmschindeldächer aber ein größeres Gewicht hatten als die normalen Strohdächer, mußte auch das Dachgebälk massiver gebaut werden. Dies war einer der Gründe, weshalb sich auch diese Dacheindeckung nicht durchsetzte.

Eine weitere Gefahrenquelle bildete der mangelhafte Rauchabzug in den Häusern. Noch im 18. Jahrhundert besaßen bei weitem nicht alle Wohn-gebäude einen Schornstein, der durch das Dach hinausführte. So waren 1764 in Fischelbach von 26 Häusern noch 9 ohne Schornstein und in Weidenhausen besaß keines der 17 Häuser einen Kamin. Meist endete der Rauchabzug, die sogenannte Oase, auf dem Dachboden, wo häufig leicht brennbares Material wie Heu, Ginster, Stroh und Flachs lagerte. Durch Funkenflug konnte hier leicht ein Feuer entstehen. In dem aus Brettern gefertigten trichterförmigen Kamin wurden auch die Wurst und der Schinken geräuchert. Aber auch die offene Feuerstelle selbst bildete eine ständige Gefahrenquelle. Allein schon Haustiere, die nachts dem Feuer zu nahe kamen, konnten die Glut entfachen und so einen unkon-trollierten Brand hervorrufen. So sollen auch Katzen 1751 in Birkefehl einen Brand verursacht haben. Zum Schutz stellte man nachts eine Feuerstülpe über die Glut, die man ja am nächsten Morgen wieder brauchte. Damit die Hausfrau es nicht vergessen sollte, die eiserne Haube auf das offene Herdfeuer zu decken, wurde seiner Zeit auch das Abend-läuten als Mahnung eingeführt. Überhaupt stellte der Umgang mit dem Feuer eine immerwährende Gefahr dar. In vergangenen Zeiten war das Hantieren mit Feuer eine alltägliche und notwendige Angelegenheit. Das Feuer war gleichzeitig Hilfe aber auch eine ständige Bedrohung. Feuer spendete Licht, diente zum Kochen und Heizen und auch zahlreiche Handwerker waren zur Ausübung ihres Gewerbes auf die Kraft des Feuers angewiesen. Aber gerade der tägliche Umgang machte die Leute auch leichtsinnig. So wurde bei künstlichem Licht, das hieß bei Kienspan oder Öllampen, das Vieh gefüttert, Stroh gehäckselt und sogar ge-droschen. Auch Glut trug man zum Entfachen eines erloschenen Herd-feuers von einem Haus in das Nachbarhaus. Asche, die als Waschmittel der Wäsche zum Einweichen beigegeben wurde, bewahrten die Leute an gefährlichen Stellen auf. Mancher Brand war so auf den leichtfertigen Umgang mit dem Feuer zurückzuführen. So brannte Berleburg 1534 nieder, weil man unachtsam mit offenem Licht umgegangen war, auch der Brand von 1583 war durch die Unachtsamkeit einer Hausfrau entstanden. 1825 wurde das Feuer durch Tabakrauchen verursacht. Nach der Überlieferung soll der Brand von Banfe, über den im vorherigen Bericht bereits ausführlich geschrieben wurde, durch stark erhitztes Fett beim Backen von Pfannkuchen in der Mühle ausgebrochen sein. Sehr gefährlich war auch das Trocknen und die Verarbeitung des Flachses im Haus, besonders wenn dies in der Nähe der Feuerstelle geschah. So brannte Richstein nieder, weil eine Frau Flachs über dem Feuer gedörrt hatte und dieser dann in Brand geraten war. Auch die Trocknung von Stroh und Holzscheiten neben der Feuerstelle erscheint uns heute mehr als unvorsichtig. Gefährlich war auch das Abstellen von Wagen mit frischer Holzkohle innerhalb der Ortschaften. Aber auch Brandstifter trieben damals schon ihr Unwesen. 1522 legte ein Bursche aus Berg-hausen in Berleburg Feuer, weil er von einem Wirt kein Bier geborgt bekommen hatte. Er und seine zwei Kumpane wurden recht schnell nach dem Brand festgenommen und gevierteilt. Zur Abschreckung wurden ihre Körperteile an verschiedenen Stellen im Ort an Bäumen aufge-hangen. Auch Blitzschlag und Unwetter, wie u. a. in Feudingen und Arfeld, führten damals wie heute zu Bränden.

Häufig war der Umgang mit dem Feuer und die Einstellung zur Brandge-fahr von Leichtfertigkeit und schicksalhafter Ergebenheit geprägt. Um diesem teils unverantwortlichen Treiben Einhalt zu gebieten, wurden verschiedene strenge Brandordnungen erlassen und Besichtigungen der Feuerstätten durchgeführt. In den Brandordnungen wurden Anzahl und Beschaffenheit der Löschgerätschaften, das Verhalten beim Brand und die Brandverhütung geregelt. Dem individuellen Umgang mit dem Feuer wurde in den Ordnungen besondere Beachtung geschenkt. So wurde u. a. das Schießen mit Gewehren anlässlich von Hochzeiten oder zu Neujahr unter strenger Strafe verboten. Mit gutem Grund, brannte in Arfeld 1765 doch 3 Häuser und 3 Scheunen durch ein übermütiges Schießen bei einer Hochzeitsfeier nieder. Auch das Lagern von Flachs, Stroh und anderen leicht brennbaren Materialien in der Nähe von Rauchfängen war verboten. Die Flachsarbeit sollte außerhalb der Ortschaften erfolgen. Wer Asche auf die Gassen und Hofräume streute oder sie in der Nähe von Scheunen und Ställen lagerte, wurde mit dem Halseisen bestraft. Wer mit offenem Licht in Stall, Scheune oder Laubschuppen hantierte, mußte mit einer empfindlichen Leibesstrafe rechnen. Den Krämern wurde auferlegt, nicht mehr als 3 – 4 Pfund Pulver und nur wenig Öl und andere fettige Waren im Laden aufzubewahren. Auch das Rauchen von Tabak in den Gassen war bei 10 Silbergroschen Strafe verboten. Das Rauchen war nur erlaubt, wenn die Pfeife mit einem Deckel verschlossen war. Das ver-hängte Strafgeld teilten sich die Gemeindekasse und derjenige, der das unerlaubte Rauchen zur Anzeige gebracht hatte.

Wichtig für die Brandverhütung waren auch die Besichtigungen der Feuerstellen. Zweimal im Jahr ging eine Kommission von Haus zu Haus und überprüfte die Gebäude auf mögliche Gefahrenquellen. Von Jahr zu Jahr gab es viel zu beanstanden, hier mußte ein Loch im Kamin zuge-macht werden, dort ein gefährlicher Sudkessel eingerissen werden, Glaser Hoffmann hatte viel Futter auf dem Speicher bei dem Schornstein lagern, dem Franz Langenbach wurde ein gefährlicher Kamin gleich vor Ort eingeschlagen, Backofen wurden beanstandet, etliche mußten Feuer-stelle und Rauchabzug mit Steinen und Lehm versehen. Diese Liste ließe sich noch verlängern, selbst städtische Gebäude entsprachen nicht den Vorschriften! Oft mußte auch vermerkt werden, daß die Löscheimer im Haus fehlten oder aber in einem unbrauchbaren Zustand waren.

Diese notwendigen Schutzmaßnahmen waren für unsere Groß- und Urgroßväter zwingend gegeben. Der königlich – preußische Landrat erlies am 2. September 1843 für den damaligen Kreis Siegen eine Feuer – Polizei – Ordnung. Man kann davon ausgehen, daß für Wittgenstein und so auch für Banfe diese Ordnung auch zur Geltung kam, denn beide Kreise gehörten zu jener Zeit zur preußischen Provinz Westfalen. Bereits am 11. Dezember 1841 wurde für die Provinz Westfalen eine königlich – preußische – Feuer – Polizei – Ordnung erlassen. Die Ordnung von 1843 ist lediglich eine regionale Ergänzung. Welche Pflichten im Brandfall und wie unsere Vorfahren vor weit über 100 Jahren auf Brände vorbe-reitet waren, erfährt man aus diesen Ordnungen.

So stand in den Paragraphen  7 und 12 der Feuer – Polizei – Ordnung von 1843, es sei jeder „arbeitsfähige Bewohner verpflichtet, zur schleunigen Löschung nach allen Kräften mitzuwirken und sich zu dem Zwecke auf der Brandstätte einzufinden.“ Verpflichtet war jedes Haus, „eine große Feuerleiter, einen Feuerhaken und eine Feuerpatsche“ bereit zu halten. Auch für die Gemeinden wurden im Paragraphen 50 der Feuer – Polizei – Ordnung 1841 vorgeschrieben: „Jede Gemeinde ist verpflich-tet, die zur Löschung eines Feuerbrandes ... erforderlichen Anstalten ... anzuschaffen und stets in gehörigem Stande zu erhalten.“ Ergänzt wird diese Vorschrift im Paragraph 53 wie folgt: „Wo die natürlichen, stets zugänglich zu erhaltenden Wasserzuflüsse und Behälter zur Löschung von Feuerausbrüchen unzureichend sind, ist durch künstliche Sammel-teiche ... abzuhelfen.“ Eindeutig verfügt der Paragraph 54 dann: „In jeder Gemeinde muß eine fahrbare Feuerspritze ... vorhanden sein.“ In  Paragraph 57 steht: „Die Feuerspritzen müssen zweiarmige Druckbäume, einen kurzen und einen 50 – 70 Fuß langen Schlauch haben und von der Beschaffenheit sein, daß sie einen starken Wasserstrahl 60 bis 80 Fuß weit werfen.“ Einen von der Gemeinde zu bestimmenden Spritzen-meister (oft der Flurschütze und Nachtwächter) mußte nach Paragraph 60 der Feuer – Polizei – Ordnung benannt werden. Darin steht: „Für jede Spritze ist ein zuverlässiger Mann, der damit umzugehen versteht, und außer ihrer Leitung und Führung beim Ausbruche des Feuers, für ihre ständige Brauchbarkeit sorgen und einstehen muß, als Spritzenmeister zu bestellen.“

 

Schauen wir uns nun noch einmal an, wie es um die Brandbekämpfung bestellt war. Über lange Zeit waren Löscheimer, Feuerhaken, Feuer-leitern und einfache Handdruckspritzen die alleinigen Gerätschaften zur Bekämpfung des Feuers. Bei den Feuervisitationen wurde überprüft, ob in jedem Haus ein entsprechender Eimer vorhanden war. In Laasphe hatte jeder Bürger zwei Eimer, der Beisasse ebenso wie Einwohner der Dörfer hatten einen Eimer zu stellen. Wer das Laaspher Bürgerrecht erlangen wollte mußte genauso einen Eimer auf dem Rathaus abliefern wie der Ehemann bei der Hochzeit. Ein Teil der Eimer wurde in Laasphe auf dem Rathaus gelagert. Die Eimer, die mit Namen und Hausnummer versehen sein mußten, waren meist aus Leder gefertigt. Da mit den Löscheimern nur eine geringe Menge Wasser zur Brandstelle geschafft werden konnte, schafften sich einige Orte Wasserfässer an. Zum Transport dieser Fässer wurden Einwohner, die über entsprechende Zugtiere verfügten, in einer bestimmten Reihenfolge eingeteilt. Auch mußte jeder Einwohner in Zeiten anhaltender Trockenheit und strenger Kälte immer genügend Löschwasser in Behältern im Haus aufbewahren, denn Wassermangel machte eine Brandbekämpfung nahezu unmöglich. Als bei dem Brand von 1547 den Berleburgern das Löschwasser ausging, griffen sie in ihrer Not auf Milch und Bier als Löschmittel zurück. Die Feuerspritzen, die im 18. Jahrhundert nur in wenigen Orten vorhanden waren, standen unter der Aufsicht des Spritzenmeisters. Zweimal im Jahr mußte eine Funktionsprüfung der Spritzen durchgeführt werden. In Laasphe hatte man an den Glockenturm der Kirche einen Schuppen zur Unterbringung der Spritze gebaut. Auch in anderen Ortschaften baute man an die Kirche solche Unterstände. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde dann von Seiten der preußischen Regierung darauf gedrungen, diese Bretterverschläge wieder abzureißen, da durch sie der Anblick der Kirche beeinträchtigt wurde.

 

Die Anzahl der Feuerhaken und Feuerleitern richtete sich nach der Größe des Ortes. Auch sie wurden bei der Feuervisitation begutachtet, nicht selten fehlten Leitern oder sie waren in unbrauchbarem Zustand.

Bis in das 19. Jahrhundert war die Brandbekämpfung eine selbstverständliche Pflicht aller Einwohner. War ein Brand ausgebrochen, so sollte derjenige, der den Brand zuerst entdeckte, nicht versuchen zu löschen, sondern zunächst durch lautes Rufen die Nachbarn auf das Feuer aufmerksam machen. Ebenso mußte sich natürlich auch der Nachtwächter verhalten. Bei größerer Gefahr hatte er die Feuer- und Sturm-glocke zu ziehen. Für bestimmte Löscharbeiten, wie das Bedienen der Spritze, waren Bürger eingeteilt, alle anderen hatten nach Kräften bei der Brandbekämpfung mitzuhelfen. Besonders auch die Bauhandwerker sollten sich mit ihren Handwerksgeräten bei dem Feuer einfinden. Die Aufsicht über die Löscharbeiten führte der Schultheiß. Von der Brandstelle ferngehalten werden sollten Kinder, unnütze Zuschauer und Raubgesindel. Oft nutzten nämlich Diebe die Hektik und Aufregung bei Bränden, um das aus dem Feuer gerettete Gut zu stehlen.

Durch diese Schilderungen kann man sich sehr gut vorstellen, wie vor weit über 100 Jahren Brände bekämpft wurden. Kommen wir noch einmal auf die Feuer – Polizei – Ordnung von 1843 zurück. Dort wurde in den Paragraphen 11–32, die teilweise schon vorher erwähnten Tätig-keiten und Aufgaben, geregelt, wie zur damaligen Zeit die Feuerbe-kämpfung zu handhaben war. Das Alarmieren der Bevölkerung, wurde bereits beschrieben, steht in (§ 11). Als Feuerlösch-Dirigent übernahm der Bürgermeister bzw. Amtmann die Leitung der Löscharbeiten (§ 13). Für die unmittelbare Brandbekämpfung werden weitere Funktionsträger in § 13 genannt: „Ordnungsführer – Rettungsleute – Rettungsaufseher – Laternenträger – Feuerboten – Spritzenmeister – Spritzenmeisterge-hülfen - Spritzenleute.“ Die Gemeinde verteilte diese Aufgaben, und meistens wurden diese einmal übernommenen Ämter lebenslänglich ausgeübt. Eine Feuerwehrausbildung und -schulung in den genannten Funktionen mußte regelmäßig geübt werden (§ 15). Über die konkreten Aufgaben sagen eigentlich die Bezeichnungen genügend aus. Interessant ist noch die Kennzeichnung der einzelnen Feuerwehrleute. Sie trugen ein Blechschild auf der Brust. So trugen der Ordnungsführer ein weißge-strichenes Blechschild (§ 14), die Rettungsleute ein rotes Schild (§ 15), der Rettungsaufseher ein hellblaues Schild (§ 16). Die anderen Funkti-onsträger trugen keine besonderen Markierungen. Zu erwähnen sind lediglich die Paragraphen, in denen ihre Aufgaben beschrieben sind. Der Laternenträger (§ 18), die Feuerboten (§ 19) der Spritzenmeister und seine beiden Spritzenmeistergehilfen (§ 21) und die Spritzenleute (§ 22).

 

An dieser Stelle sei noch einmal darauf hingewiesen, wie sich die Lage nach einem Brand darstellte. Zu der direkten Sorge ums Überleben stellte sich die Frage, wie sie den Aufbau ihrer abgebrannten Häuser finanzieren sollten. Ausführlich wurde bereits in „Der große Brand von Banfe und seine Folgen“ darüber berichtet. Bei den recht ärmlichen Verhältnissen in Wittgenstein verfügte sicher keiner über das hierfür nötige Geld, und Brandversicherungen gab es damals auch noch nicht. Die Brandgeschädigten waren so in erster Linie auf die Mildtätigkeit der Menschen in den Nachbardörfern angewiesen. Hierher kam auch die erste Hilfe mit Lebensmittel und Viehfutter. Um Mittel für den Wieder-aufbau zu erhalten, wurden Brandkollekten durchgeführt. Hierbei zogen ausgewählte Männer, die einen Kollektantenbrief des Grafen mit sich führten, in Wittgenstein, aber auch in angrenzenden Ländern von Dorf zu Dorf und sammelten Spenden für die Brandgeschädigten ein. Auch der Graf schrieb Bittbriefe an befreundete Territorien und Städte. Man leistete Hilfe, weil man im Fall eines eigenen Brandunglücks so auch auf die Hilfe der anderen wieder zurückgreifen konnte. Im Grunde war dies auch eine Art von Brandversicherung. Die erste öffentlich-rechtliche Feuerversicherung war die 1676 in Hamburg gegründete General-Feuer-Casse. Um 1700 setzte in Preußen die Gründung von Feuerkassen ein, am 1.1.1837 nahm die Westfälische Provinzial Feuer Sozietät ihre Arbeit auf. Nun wurde auch in Wittgenstein Hab und Gut gegen Brandschaden versichert.

 

Im 19. Jahrhundert wurden in vielen Wittgensteiner Orten Pflichtfeuer-wehren ins Leben gerufen. Hierzu wurden die Bürger zwangsweise eingeteilt, jedes Haus hatte eine Person abzustellen. Die Mitglieder der Pflichtfeuerwehr hielten in der Regel einmal im Jahr eine Übung ab.


 

Nach vorheriger ortsüblicher Bekanntmachung wurde auf heute Abend   7 Uhr Termin anberaumt, die neuen Feuerwehrleitern zur Ortsfeuerwehr dahier zum Machen verdingen und noch 1 ½ Malter Brandholz im Scheid für den Jäger dahier zum Fahren verdungen und folgende Beding-ungen zu Grunde gelegt.

1. Es sollen 3 Steigleitern gemacht werden, die Erste 20 Fuß lang, die 2te 25 Fuß lang, die 3te 30 Fuß lang. 2 Dachleitern mit Einwurfshaken von 12 Fuß lang und 2 Dachleitern von 10 Fuß lang für Schieferdächer.

2. Die Steigleitern müssen mit geschnittenen Bäumen sein, aber am Ende nicht zu dünn, also ziemlich einerlei Dicke anhalten und unten an Bäumen mit Stacheln, nebst Band versehen sein.

3. Eiche Sprossen und statt Scheben in eine Leiter 3 Stäbe von Eisen passend unter die Sprossen, mit Kopf und Gewinde versehen sein.

4. Bis zum 1ten September d. J. müssen dieselben fertig sein.

5. Die Gemeindeversammlung behält sich die Genehmigung bis nach Besprechung zuvor.

6. Es wird vorerst im Einzelnen, nachher im Ganzen aufs Wenigst-fordernte ausgeboten und bleibt nun Letztfordernter Heinrich Dörr:

                               1.              7,00 Mark

                               2.              7,00 Mark

                               3.              9,60 Mark

                2 Stück    4.              5,20 Mark

                2 Stück    5.              4,80 Mark

                                               33,60 Mark

Beim letzten Ausgebote die Leitern zusammen blieb Letztfordernter zu 29 Mark 40 Pf.

v.     g.     u.

Friedrich Weil (oder Weis)

 

Zum Holzfahren aus dem Scheid blieb Letztfordernter zu 4 Mark

v.     g.     u.

Johannes Weber

 

Vorstehender Verding wurde von der Gemeindeversammlung einstim-mig genehmigt.

 

Der Gemeindevorsteher

Hoffmann

Blecher

Kraft Roth

Friedrich Göbel“

 

 

In einem weiteren Schreiben aus dem Jahre 1893 geht hervor, daß ein neues Tor für das damalige Banfer Spritzenhaus, das heute noch steht und der Familie Wagner, Zum Alertsberg 12, gehört, fällig war. Das Vorhaben wurde in einer Versammlung der Gemeindevertretung behandelt und die Maßnahme wie folgt vergeben:

 

„Verhandelt Banfe, den 13. November 1893.

Nach vorheriger ortsüblicher Bekanntmachung wurde heute ein neues Thor an das hießige Spritzenhaus öffendlich aufs Wenigstnehmende verdungen und folgende Bedingungen zu Grunde gelegt!

I. Das Thor muß wegen Umänderung desselben von einem Pfosten bis zum gegenüberstehenden ein Ganzes bilden.

II. Muß dasselbe von Tannenbrettern und Tannentragleisten genommen werden und 3 Meter 28 Centimeter weit und 2 Meter 48 Centimeter hoch sein.

III. Muß dasselbe bis zum 1. December dieses Jahres fertig sein.

IV. Die Gemeindeversammlung behält sich die Genehmigung des Zuschlages bevor. Es wurde nun ausgeboten und blieb wenigstnehmender

Schreiner Friedrich Schmidt 39 Mk.

v.     g.     u.

Schreiner Fr. Schmidt                    Gemeindevorsteher Schmidt

Verhandelt Banfe, den 13. November 1893:

Die in beschlußfähiger Anzahl versammelten Gemeindevertreter ertheil-ten dem Schreiner Friedrich Schmidt zu 39 Mk. den Zuschlag.

v.     g.     u.

Ludwig Roth, Ludwig Roth, Fr. Schmidt

a.     u.     v.

Gemeindevorsteher Schmidt”

 

 

Feuerwehren, wie wir sie heute kennen, bildeten sich erst im Lauf des 19. Jahrhunderts. 1806 rief Ulrich Nübling in Ulm eine Rettungs - Kom-pagnie ins Leben. Später gingen auch etliche Feuerwehren aus Turnvereinen hervor. So wurde 1841 in Meißen eine Turner-Feuerwehr gegründet. Der Vorteil solcher freiwilligen Feuerwehren lag darin, daß die Männer in vielen Übungsstunden die notwendigen Handgriffe eingeübt hatten und so im Ernstfall viel disziplinierter und besser aufein-ander eingespielt den Brand bekämpfen konnten.

Die Männer, die sich dieser Aufgabe zur Verfügung stellten, machten dieses nicht aus dem alten deutschen Drang, mal wieder einen Verein zu gründen, nein, es waren Männer aus allen Berufsschichten, die Gemein-sinn hatten um der Allgemeinheit zu dienen. Wohl war die Feuerwehr an sich ein Verein, der die Interessen der Allgemeinheit wahrnehmen sollte.

 Daß sich unsere Altväter um die Brandverhütung und Brand-bekämpfung vor vielen Jahren große Sorgen machten, zeigt sich auch darin, daß nach Berleburg (1875), Laasphe (1876) und Arfeld (1887) in Banfe als vierter Gemeinde im Altkreis Wittgenstein eine freiwillige Feuerwehr gegründet werden sollte.

 

 

Die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Banfe

 

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde auch in Banfe der  Wunsch geäußert, neben der gesetzlich vorgeschriebenen Pflichtfeuerwehr eine freiwillige Feuerwehr zu gründen. Nach einer gewissen Aufklärungsperiode war es dann 1901 soweit. Der Amtmann des damals noch bestehenden Amtes Banfe, Haumann, benachrichtigte die Banfer Einwohner über das wichtige Ereignis folgendermaßen:

                                                                                                                             

Am 9. Juni ds. Js. hat sich in der Gemeinde Banfe eine freiwillige Feuerwehr gebildet. Der Grund dafür, das diese Bildung zustande gekommen ist, liegt wohl darin, daß der größte Teil der Einwohner der Gemeinde Banfe eingesehen hat, daß im Ernstfalle die bisher bestehende Pflichtfeuerwehr keineswegs den an sie zu stellenden Anforderungen genügt. Es ist daher mit Freuden zu begrüßen, daß sich eine große Anzahl Männer bereit gefunden hat bei Bränden die Rettung von Menschen und Eigenthum freiwillig zu übernehmen. Die Zahl der aktiven Mitglieder beträgt bisher 35. Um nun die ersten Kosten für die für die Wehr nothwendigen Ausrüstungsstücke und deren Unterhaltung bestreiten zu können, ersuche ich alle männlichen Einwohner der Gemeinde Banfe, welche der Wehr nicht als aktive Mitglieder beigetreten sind, nunmehr als inaktive Mitglieder beizutreten. Der Jahresbeitrag für Letztere beträgt 2 Mk, jedoch wird eine Grenze nach Oben hin dem Wohlthätigkeitssinn der Betreffenden nicht gezogen. Ich bemerke noch, daß sämmtliche Mitglieder der freiwilligen Feuerwehr, aktive wie inaktive, von den Übungen der Pflichtfeuerwehr, welche auch fernerhin stattfinden, befreit sind.

 

 

                    Die ersten 25 Jahre

 

Im Februar 1908 bestand  der Vorstand aus den Mitgliedern Luis Grund, Ludwig Roth, Heinrich Dörr, Fritz Roth, Friedrich Schmidt, Adolf Schmidt und Wilhelm Wagner. Über die Lage der Wehr und ihre Tätig-keiten wurde in den jährlich einberufenen Generalversammlungen berichtet und vom Schriftführer ein Protokoll verfasst, von denen einige noch im Original vorliegen. So heißt es in der Niederschrift vom 6. März 1909: „Verhandelt Banfe, den 6. März 1909. In der heutigen ordnungs-mäßig berufenen Generalversammlung der freiwilligen Feuerwehr zu Banfe wurde verhandelt und beschlossen wie folgt: 1) Der Vorsitzende legt Rechenschaftsbericht über die Angelegenheiten und Leistungen der Feuerwehr im Jahre 1908 ab. 2) Der Vorsitzende legt die Jahresrechnung per 1908 vor. Die Versammlung ertheilt dem Rendanten vorbehaltlich des Nachweises des Bestandesübertrages mit M. 20.68 in die nächst-jährige Rechnung Entlastung

v.     g.     u.

 

L. Grund, Ludwig Roth, Adolf Schmidt, Heinrich Dörr, Fr. Schmidt,

Roth, Wilh. Wagner“

 

 

Über die schon frühzeitig nach ihrer Gründung erfolgten auswärtigen Einsätze der Wehr ist ebenfalls einiges festgehalten worden. So geht aus einem Schreiben des Inhabers der Laaspher Firma August Melsheimer vom 5. Februar 1908 hervor, daß die Banfer Feuerwehr an der Bekämpfung des Brandes seiner Fabrik besonderen Anteil hatte. Er schickte folgendes Dankschreiben:

„An den Hauptmann der Feuerwehr Herrn Ludwig Roth Banfe.

Ihnen, sehr geehrter Herr Hauptmann, sowie den Herren Ihrer Wehr danke ich hiermit herzlichst für die beim Brande meiner Fabrik geleistete Hülfe.

Als Anerkennung gestatte ich mir der löblichen Feuerwehr einliegend M 50. zur beliebigen Verwendung zu behändigen.

 

                               Mit aller Ehrerbietung ergebenst

                                        August Melsheimer.“

Ein Schreiben des Bürgermeisteramtes Laasphe vom 27. Mai 1910 berichtet vom Löscheinsatz der freiwilligen Feuerwehr Banfe: „An den Herrn Vorsitzenden der freiwilligen Feuerwehr in Banfe. Als Bürger-meister der Stadt Laasphe spreche ich Ihnen und der Wehr hiermit für Hülfeleistung bei dem Brande am 25. Mai in Laasperhütte meinen verbindlichsten Dank aus.“

 

Im Sommer 1921 war die Wehr bei der Bekämpfung des Feuers in der damaligen Holzbearbeitungsfabrik Gebr. Passmann tätig, die am Bahnhof Laasphe angesiedelt war. Aus einem Schreiben des Vorstandes des Eisenbahn-Betriebsamtes Siegen vom 22. Juli 1921 geht u. a. folgendes hervor:

„Ich muß anerkennen, daß es nur dem tatkräftigen Eingreifen der Feuer-wehr (man muß annehmen, daß auch die Laaspher Wehr bei der Brand-bekämpfung eingesetzt war) zu verdanken ist, daß das Feuer rechtzeitig eingedämmt wurde und die Bahnhofsanlagen, insbesondere das stark gefährdete Empfangsgebäude, unversehrt geblieben sind und daß die Tätigkeit der Wehr unter den vorliegenden Verhältnissen eine außer-ordentlich anstrengende war. Wenn auch die Eisenbahnverwaltung der Wehr für ihre Bemühungen, die Verwaltung vor größerem Schaden zu bewahren, dankbar ist, so kann doch aus dem Umstand, daß die Wehr seitens des Bahnhof Laasphe als Abwehrschutz herbeigerufen wurde der Eisenbahnverwaltung nicht die Verpflichtung zur Erstattung des Lohn-ausfalls der Mitglieder sowie der sonstigen Kosten der Wehr auferlegt werden. Zur Erstattung dieser Kosten dürfte m. E. in erster Linie die Firma Passmann in Frage kommen, in deren Anlagen der Brand entstanden ist.“ Auf verschiedene Schreiben des Vorsitzenden Grund reagierte die Eisenbahndirektion Elberfeld schließlich doch positiv und überwies zur Deckung der Kosten am 23. August 1921 720 Mark.

 

Als Kuriosum ist zu vermerken, daß die Feuerwehr auch noch für die Transportkosten zur Brandstelle und zurück, wenn sie denn auswärts war, verantwortlich zeichnete und anschließend mit der Rückerstattung der Ausgaben, wie vorhin beschrieben, ihre liebe Not und Schreiberei hatte. Folgende Rechnungen sind noch vorhanden: „Banfe, den 24. Juni 1921. Rechnung für die Feuerwehr der Gemeinde Banfe von Heinrich Schmidt. Am 8. Juni. Mit Mannschaft und Leiterwagen nach Brandstätte Passmann Laasphe 100 M.“ Am 23. Juni 1921 schreibt der Unternehmer Völkel folgende Rechnung: „Für die Feuerwehr Banfe. Juni 8. 2 Feuer-spritzen bei dem Passmannschen Brand nach Laasphe gefahren 100 M.“ Den Rücktransport übernahm dann der Geschäftsmann Althaus lt. Rechnung vom 24. Juni 1921: „2 Spritzen und Mannschaften von Laasphe nach hier gefahren M 60.“

 

Wie es mit der Ausrüstung der Feuerwehrmänner ausgesehen hat, ist aus der Niederschrift über die Generalversammlung der Wehr vom 15. Februar 1908 zu ersehen. Da hatten sich einige Angehörige der Wehr Schuhe verbrannt, denn unter 3. heißt es: „Für Schuhbeschädigungen bei Gelegenheit des Brands bei Völkel in Banfe sollen dem Eduard Dietrich M 5, dem Ottmar Blecher M 3 gezahlt werden.“

 

Nach vorliegenden Akten ist das zweite Spritzenhaus in Banfe wahr-scheinlich 1910 erbaut worden. Aus einem Schreiben des Amtes Banfe vom 6. September 1909 geht hervor: „Auf den Antrag der freiwilligen Feuerwehr hierselbst hat die Gemeindevertretung  in ihrer Sitzung vom 7. v. Mts. beschlossen, das neu zu erbauende Spritzenhaus beim alten Schulgebäude (Pitz-Haus) aufzuführen, den Steigerturm dagegen auf dem sogenannten Turnplatz zu errichten. (Dieser lag westlich etwas unterhalb der 1904 errichteten Schule) Die Gemeindevertretung giebt sich der Hoffnung hin, mit diesem Beschlusse die Wünsche der freiwilligen Feuerwehr in großen und ganzen erfüllt zu sehen.“

Am 19. Juli 1911 war dagegen die Generalversammlung der Meinung, den Steigerturm an anderer Stelle, also nicht am Turnplatz, zu errichten, wurde sich aber später einig, den Turm an das neue Spritzenhaus nach der Banfe zu anzubauen, wie heute noch ersichtlich.

 

Während des Ersten Weltkrieges 1914 – 1918 waren die Aktivitäten der Wehr verständlicher Weise eingeschränkt und sollten 1921 wieder belebt werden. Es traten aber einige Schwierigkeiten auf, die der bisherige Vorsitzende Luis Grund in einem Schreiben vom 2. Mai 1921 „an sämtliche Haushaltungsvorstände in Banfe“ in ernsten Worten vortrug: „Eine letzthin zusammen berufene Versammlung zwecks Neubildung der freiwilligen Feuerwehr hat leider dasselbe Bild wie früher gezeigt, daß mit wenigen Ausnahmen nur solche Eingesessenen erschienen waren, welche weniger Eigentum besitzen und folglich weniger zu beschützen haben. Es ist das ein betrübendes Bild und eine Mißachtung derjenigen Kreise, welche den Schutz des Eigentums von jedermann auf ihre Fahnen geschrieben haben. Ganz schweigen möchte ich dabei von der Mißachtung meiner Person, da ich so eindringlich zum Erscheinen in jener Versammlung gebeten hatte. Die Nichtbeteiligung der größeren Besitzer, überhaupt aller Ferngebliebenen kann nur in Nichtkenntnis bzw. in Nichtwürdigung der vorliegenden Tatsachen zu suchen sein. Heute liegt der Sachverhalt im Brandfalle wesentlich anders als früher. Während früher ein Wiederaufbau mit den Schadensgeldern möglich war, tritt heute der Fall ein, daß ich nicht zuviel behaupte, wenn ich sage, daß ein Wiederaufbau in den meisten Fällen der ungefähren Kosten wegen gar nicht in Frage kommen kann, zumal auch der weitaus größte Teil der Bewohner in nachlässiger Weise versäumt hat, seine Gebäude und Mobilien den jetzigen Anschaffungskosten entsprechend höher zu versichern. Wenn diese Tatsachen entsprechend gewürdigt werden, so ist für jeden Haushalt die unbedingte Pflicht geboten, wenigstens ein Mitglied zur freiwilligen Feuerwehr zu stellen. Die Pflichtfeuerwehr ist eine durch die Verhältnisse gebotene Notsache, eine ordnungsmäßig geübte Wehr kann sie niemals ersetzen, wie sich im Ernstfall stets zeigt. Die freiwillige Feuerwehr macht ihr Bestehen davon abhängig, daß bei der am Sonntag, den 8. ds. Mts., morgens 7 ½ Uhr, angesetzten Übung zahlreiche Beteiligung aller Kreise eintritt.

Gleichzeitig werden diejenigen Personen, welche der freiwilligen Feuer-wehr nicht mehr angehören wollen, aufgefordert, die im Besitze habenden Uniformstücke ect. abzuliefern.

Der Vorsitzende gez. Grund“

 

Es ging aber wieder aufwärts, denn schon am 14. Mai 1921 bewilligte die Gemeindevertretung, vielleicht auch aufgerüttelt durch das Schreiben des Vorsitzenden Grund, für die Beschaffung von Ausrüstungsgegen-ständen 1000 Mark. Diese positive Entwicklung geht auch aus dem Protokoll der Generalversammlung vom 25. März 1922 hervor, in dem u.a. festgehalten wurde: „Der Vorsitzende erstattete den Verwaltungsbe-richt und betonte insbesondere, daß die Wehr im verflossenen Geschäfts-jahr neu belebt wurde und augenblicklich aus 56 aktiven und 16 inaktiven Mitgliedern besteht. Die Anschaffung eines zweiten Signal-hornes wurde als notwendig erachtet und wird der Vorstand mit der Beschaffung auf Kosten der Gemeinde beauftragt. Als Hornist meldete sich freiwillig Karl Scheuer, jun.“

Wenn man sich die damalige Mitgliederliste genauer ansieht, fällt auf, daß die Nachkommen einiger Wehrangehöriger, z.B. Stenger, Schmidt und andere, heute in der vierten Generation der freiwilligen Feuerwehr Banfe treu geblieben sind.

 

In der Generalversammlung vom 21. März 1925 wurde der Vorstand auf drei Jahre neu gewählt. Einstimmig wurden berufen: Vorsitzender Luis Grund, Schriftführer Straßenmeister Schmidt, Kassenführer Karl Scheuer, jun., Hauptmann Heinrich Kleikamp, Zeugwart Eduard Dietrich, Steigerführer Fr. Schmidt, Maurer, stellvertr. Steigerführer Ferdinand Luckenbach, Spritzenführer und stellvertr. Hauptmann Fritz Schmidt, Schneider, zum stellvertr. Spritzenführer Wilhelm Schneider, Hansarms, zum Zubringerführer Ludwig Schuppener, sen., zum stellvertr. Zubringerführer Fr. Schmidt, Liesches. Als Spritzenmeister fungierte Robert Bode. Hornisten sind Karl Scheuer, jun. und Friedrich Klotz.

 

Die freiwillige Feuerwehr Banfe wurde 1926  25 Jahre alt. Das Protokoll der Generalversammlung vom 13. März 1926 weist folgendermaßen auf dieses Ereignis hin: „Der Vorsitzende erstattete den Jahresbericht und hob besonders hervor, daß das Jahr 1926 ein Jubiläumsjahr für die Wehr sei, da am 9. Juni 25 Jahre vergangen sind, als die freiwillige Feuerwehr gegründet wurde. Es wurde festgestellt, daß noch 16 Mitglieder vorhanden sind, die bei der Gründung der Wehr zugegen waren. Es sind dies: 1. Heinrich Kleikamp, 2. Friedrich Schmidt, Buchborns, 3. Friedrich Schmidt, Schneider, 4. Wilhelm Schneider, Hansarms, 5. Fr. Messerschmidt, 6. Robert Schmidt, Schusters, 7. Karl Althaus, Fuhr-mann, 8. Ludwig Schuppener, 9. Friedrich Stenger, 10. Fr. Schmidt, Straßenmeister, 11. Luis Grund. 12. Robert Bode, 13. Fr. Klotz, 14. Heinrich Dörr, 15. Adolf Höse, 16. Heinrich Schmidt, Händler.

Den 12. Juni d. Jhs. soll eine noch näher zu bestimmende Feier aus Anlaß des 25 jährigen Bestehens stattfinden.“

Natürlich sollten bei dieser Feier, die dann aus verschiedenen Gründen zu einem späteren Zeitpunkt erfolgte, auch verdiente Mitglieder ausge-zeichnet werden. Dazu richtete der Vorsitzende Grund am 9. Mai 1926 folgendes Schreiben an das Amt Banfe:

„Betr. Feuerwehrerinnerungszeichen.

Unsere Feuerwehr blickt in diesem Jahre auf ihr 25 jähriges Bestehen zurück, und zwar ist sie unterm 9. Juni 1901 begründet worden, wie die Amtsakten ausweisen. Ihre Statuten sind beigefügt, sie datieren etwas später, vom 11. August 1901. Nachstehend melden wir nun diejenigen Mitglieder an, welche in Gemässheit des Erlasses des Herrn Ministers des Inneren vom 15. März 1926 für die Verleihung des Feuerwehr Erinnerungszeichens in Betracht kommen: 1.Luis Grund, Prokurist, 2.Heinrich Kleikamp, Maurer, 3.Friedrich Schmidt, Arbeiter, 4.Friedrich Schmidt, Schneider, 5.Wilhelm Schneider, Arbeiter, 7.Friedrich Messer-schmidt, Arbeiter, 9. Friedrich Stenger, Arbeiter, 10.Friedrich Schmidt, Straßenmeister, 11.Robert Bode, Arbeiter, 12.Friedrich Klotz, Schneider, 13.Heinrich Dörr, Schreiner, 14.Ludwig Roth, Schreiner, 15.August Jung, Maurer, sämtlich wohnhaft in Banfe.

Unseres Erachtens treffen bei den Genannten nach sorgfältiger Prüfung die erforderlichen Voraussetzungen zu. Soweit dieselben nicht mehr aktiv der Wehr angehören, haben sie sich in besonders verdienstvoller Weise im Interesse des Feuerlöschdienstes betätigt.

Der Vorstand Grund Vorsitzender“

Für die oben genannten Mitglieder und für Heinrich Höse wurden am 11. Juni 1926 beim Ausschuss des Westfälischen Feuerwehrverbandes die Ehrenurkunden des Verbandes und die Ehrenzeichen nebst Besitzzeug-nissen des Preussischen Landes-Feuerwehrverbandes beantragt. Der Feuerwehr-Verband übersandte die Auszeichnungen schon am 15. Juni 1926 und stellte für 16 Ehrenzeichen und 16 Besitzzeugnisse 41.50 in Rechnung.

 

Die eigentliche Jubiläumsfeier fand dann am 6. November 1926 mit vielen Gästen statt. Zuvor hatte Vorsitzender Grund Einladungen, unter anderem auch an den früheren Amtmann Haumann, der mittlerweile Bürgermeister in Hoffnungsthal bei Köln geworden war, geschickt und verschiedene Institutionen um einen Spendenbeitrag zur Feier gebeten. Dieser Bitte wurde z.B. von der Rentkammer Laasphe mit der Übersen-dung von 50 Mark entsprochen.

Die Jubiläumsfeier am Samstag, den 6. November begann mit einer Abendübung der Wehr mit anschließender Veranstaltung. Der Vorsitz-ende Luis Grund eröffnete die Feier mit folgender Ansprache:

„Sehr verehrte Herren, liebe Kameraden! Unsere für Juni ds. Js. bereits vorgesehene Jubiläumsfeier hat sich durch allerlei Behinderungsgründe bis heute hingezogen. Nachdem wir nun am heutigen Tage zu der Feier haben schreiten können, begrüße ich Sie namens der Freiw. Feuerwehr und heiße Sie alle herzlich willkommen, insbesondere die freundlichst erschienenen Ehrengäste und von diesen ganz besonders den Herrn Landrat Dr. Kretschmer als Vertreter des Staates und des Kreises. Möge unsere Feier einen würdigen und erhabenen Verlauf nehmen.

Wenn ich nun zu der Geschichte unserer Wehr übergehe, so bitte ich zu verzeihen, wenn vielleicht in der Reihenfolge der Geschehnisse u.s.w. Unstimmigkeiten unterliefen, das Aktenmaterial ist nicht lückenlos. Am 2. Juni 1901 trat eine Anzahl Personen der Gemeinde zusammen, um die Gründung einer freiwilligen Feuerwehr zu besprechen, geleitet von dem Gedanken, daß nur eine geschulte Wehr im Brandfalle Ersprießliches zu leisten im Stande sei. Bereits in der erwähnten Versammlung meldeten sich etwa 40 Personen als Mitglieder. Eine constituierende Versammlung vom 9. Juni 1901 unter dem Vorsitz des Amtmannes Haumann ließ die Wehr offiziell entstehen und somit ist der 9. Juni 1901 der Geburtstag unserer Wehr. In dieser Versammlung wurde der Vorsitzende, die Führer ect, gewählt und die weiteren Schritte eingeleitet. Es wurden Statuten entworfen, mit Hilfe der Feuersozietät und der Gemeinde Ausrüstungs-gegenstände beschafft. Der Kostenaufwand betrug 588 Mark und wurde zu 1/3 von der Societät, zu 2/3 von der Gemeinde bestritten. Gleich hier will ich einflechten, daß die Gemeindevertretung von Gründung der Wehr an bis auf den heutigen Tag stets eine offene Hand für die Belange der Wehr gehabt hat, wofür ihr aufrichtiger Dank auch an dieser Stelle gezollt sei. Als erster Vorsitzender hat Amtmann Haumann von Gründung bis 7. Juli 02 fungiert, während von da ab der jetzige Vor-sitzende (L. Grund) im Amte ist. Der erste Hauptmann bis 1913 war der Schreinermeister Ludwig Roth, alsdann folgte der Schreinermeister Heinrich Dörr, von da ab Heinrich Kleikamp. Wie schon gesagt, bestand die Wehr zunächst aus 40 Personen. Wie aber im Kriege und nachher so manches fiel und verfiel, so schien auch unserer Wehr der Zusammen-bruch zu drohen. Es bedurfte ganz energischer Schritte, um den Gemeindeeingesessenen klarzumachen, und zwar zu einer Zeit, wo die Versicherungssummen von ihrer Festsetzung bis zur Auszahlung verschwommen waren. Die Gemeinde kam denn auch zur Einsicht, das Interesse belebte sich, neues Leben blühte aus den Ruinen! Unsere Wehr erstarkte nach und nach bis zur heutigen stattlichen Mitgliederzahl von 60.

Wenn ich nun auf die Tätigkeit der Wehr in den 25 Jahren ihres Bestehens komme, so darf ich wohl mit Recht sagen, daß sie sich bewährt hat, so oft sie auftreten mußte. Der Vollständigkeit der Vereins-geschichte wegen benenne ich hier die mir noch im Gedächtnis schwebenden Brände: Im Dorf: Zimmermann jetzt Wege, Frank (Mangels), Jüngst, Joh. Roth, Messerschmidt, Bode, Völkel, Ermert. Auswärts: Melsheimer (Laasphe), Wagner, Laaspherhütte, Sassmann, Laasphe, Blecher, Hesselbach, Schulhaus Hesselbach, schließlich Waldbrände.

Von den Gründern der Wehr gehören heute derselben aktiv noch 17 an, während ein weiterer Teil ausgetreten, zu den Inaktiven übergetreten und verstorben ist. Ich bitte das Andenken der verstorbenen Kameraden zu ehren, daß wir uns von den Plätzen erheben. Ganz besonderen Dank darf ich wohl namens der Wehr den Gründern und noch heute treuen Mit-gliedern sagen, die in jeder Lage der Wehr die Treue gehalten haben. Mögen diese Männer, welche nach unsrer heutigen Feier zum Teil aus dem aktiven Verhältnis ausscheiden, nun einer jüngeren Generation Platz zur Betätigung zu machen, noch lange als Ehrenmitglied die Fahne der Wehr hochhalten und sich an ihren Leistungen erfreuen. Die Staatsre-gierung und der Feuerwehrverband haben das Wirken dieser Männer anerkannt und gelangen nachher die für sie bestimmten Auszeichnungen von berufener Hand zur Verteilung. Um jeder Mißhelligkeit zu begegnen, will ich gleich hier mitteilen, dass für den Jubilar Althaus die Ehrenzeichen noch durch ein Versehen ausstehen, ich hoffe diese bei der nächsten Jahresversammlung oder früheren Gelegenheit behändigen zu können. Aber auch allen anderen Kameraden sei Dank gesagt für ihre Treue, die heute verliehenen Ehrenzeichen seien für sie Ansporn, es den Jubilaren gleichzutun.

Wenn ich nun noch eines Vorganges aus der letzten Zeit Erwähnung tun darf, so ist es die Gründung des Kreis-Feuerwehr-Verbandes, ein Gefüge, von dem ich, meine Kameraden, uns große Erfolge für das gesamte Feuerlöschwesen verspreche. Nur in großzügigem Zusammenwirken in grundlegenden Fragen kann die Stärke liegen.

Lassen Sie uns und alle, die nach uns kommen, stets der hohen Aufgaben eingedenk sein, die den Feuerwehrmann auszeichnen! Die Ausübung der selbstlosen Nächstenliebe im Sinne des Wahlspruches der Feuerwehr: Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr. Lassen Sie uns in diesem Sinne mithelfen an dem Wiederaufbau unseres Vaterlandes, als die ungebeug-ten Söhne eines gebeugten Vaterlandes. Daß unsere Feuerwehr in allen Zeiten wachsen, blühen und gedeihen möge, sei unser heißester Wunsch. Zur Bekräftigung desselben bitte ich Sie, mit mir einzustimmen in den Feuerwehrruf: Gut Schlauch! Gut Schlauch! Gut Schlauch!“

Im August 1926 wurde ein Ortsstatut betr. das Feuerlöschwesen der Gemeinde Banfe mit folgendem Wortlaut erlassen:

 

   § 1.  Der Feuerlöschdienst wird allein durch die freiwillige Feuerwehr ausgeübt.

   § 2.  Die freiwillige Feuerwehr ist eine Einrichtung der Gemeinde und der Ortspolizeibehörde unterstellt. Die Dienstleistung der Mitglieder     

          erfolgt nach den Bestimmungen der Satzung, welche von der Polizeiaufsichtsbehörde genehmigt ist.

   § 3.  Zur unendgeldlichen Dienstleistung im Feuerlöschdienst ist jeder männliche Einwohner der Gemeinde vom vollendeten17. bis zum    

          vollendeten 50. Lebensjahr verpflichtet mit Ausnahme 1.der Reichs- Staats- und Kommunalbeamten. 2.der Geistlichen, Lehrer,                   Kirchendiener, Ärzte, Apotheker und Schüler. Auf Antrag kann

           der Gemeindevorstand von der Dienstpflicht befreien.

 

   § 4.  Jeder zum Feuerlöschdienst verpflichtete Einwohner, welcher

           nicht Mitglied der freiwilligen Feuerwehr ist, hat an Stelle des von

           ihm zu leistenden Naturaldienstes jährlich 3.- Rmk zu entrichten.

           Der Gemeindevorstand kann auf Antrag aus besonderen Gründen

           den Geldbetrag ganz oder teilweise niederschlagen.

 

   § 5.  Der Geldbetrag ist ein Jahresbetrag, er ist in einer Summe und

           auch dann in voller Höhe zu entrichten, wenn der Pflichtige

           während eines Jahres nur zeitweise Mitglied der freiwilligen

           Feuerwehr gewesen ist.

   § 6.  Die Gemeindevertretung beschliesst über die Verwendung der

           Beträge. Diese dürfen nur für die freiwillige Feuerwehr und das

           Feuerlöschwesen verwendet werden.

 

   § 7.  Die Veranlagung erfolgt durch den Gemeindevorstand. Der Be-

           trag ist binnen 4 Wochen nach Aufforderung an die Gemeinde-

           kasse zu zahlen.

 

   § 8.  Einsprüche gegen die Veranlagung sind binnen 4 Wochen nach

           Zustellung des Bescheides beim Gemeindevorstand anzubringen.

 

   § 9.  Dieses Ortsstatut tritt mit dem Tage der Genehmigung in Kraft.

 

           Banfe, den 11. August 1926

 

           Der Amtmann                                    Der Gemeindevorsteher

           gez. Dr. Schulenburg                                   gez.  Dörr

 

Genehmigt Berleburg, den 23. September 1926 Namens des Kreisaus-schusses des Kreises Wittgenstein. Der Vorsitzende I.V. gez. Hornung, Kreisdeputierter. Für richtige Abschrift Banfe, den 11. Oktober 1926    Der Amtmann     Dr. Schulenburg“ 

 

Damit die Veranlagung der dienstverpflichtigten „Mannschaften“ erfolgen konnte, forderte Dr. Schulenburg am 1. Oktober 1926 ein Mitgliederverzeichnis der Feuerwehr an, daß ihm im Dezember 1926 überreicht wurde. Es weist zum 1. Dezember 1926 folgende Mitglieder auf:

 

Brandmeister:

1.Heinrich Kleikamp,

 

Steigermannschaften:

  2. Fr. Schmidt, Maurer                             3. Eduard Dietrich

  4. Ottomar Blecher                                   5. Ludwig Schmidt, Wessehannes

  6. Wilhelm Kraft                                      7. Wilhelm Klaus

  8. Ferdinand Luckenbach                          9. Fritz Roth, Petzes

10. Ludwig Schuppener, jr.                        11. Georg Müsse, jr.

12. Adolf Wagener, Krämers                      13. Richard Stenger

Spritzenführer:

14. Fritz Schmidt, Schneidermstr.            15. Ludwig Schuppener, sen.

 

Spritzenmannschaft:

16. Wilhelm Schneider, Hansarms           17. Robert Schmidt

18. Heinrich Höse                                  19. August Schmidt, Lenes

20. Robert Wagner                                 21. Adolf Göbel

22. Adolf Heinrich, Petzes                       23. Wilhelm Schmidt, Waners

24. Heinrich Dörr, jr.                              25. Fr. Schmidt, Liesches

26. Fritz Schmidt, Schuhmacher              27. Adolf Schmidt, jr. Schneider

28. Karl Althaus, Schreiners                    29. Karl Roth, Försters

30. Heinrich Wagner, Schmets                31. Hermann Schmidt, Schäefers

32. Friedrich Stenger                              33. Fritz Roth, Schreiner

34. Adolf Roth, Petzes                           35. Fritz Schmidt, Zeun

36. Karl Heinrich, Postschaffners            37. Otto Bode, Reuters

38. Willi Schmidt                                   39. Fritz Rothenpieler

40. Eduard Roth, Gastwirt                      41. Robert Leukel

42. Walter Schmidt                                43. Fritz Schmidt, Lenes

44. Ludwig Hassler                                45. Alfred Klotz

46. Wilhelm Wunderlich                         47. Herbert Schmidt

48. August Völkel, jr.                             49. Heinrich Kleikamp, jr.

50. Otto Schmidt, Wessehanneses           51. Heinrich Sassmannshausen

52. Ewald Schmidt                                 53. Jacob Fett

 

Spritzenmeister:

54. Robert Bode

 

Hornist:

55. Karl Scheuer, jr.                                56. Richard Klotz

 

57. Luis Grund

58. Willi Kuppermann

59. Fr. Schmidt, Straßenmeister

60. Fr. Messerschmidt, Straßenmeister

 

Hier endet der Streifzug durch die Geschichte der ersten 25 Jahre der freiwilligen Feuerwehr Banfe von 1901 bis 1926.

 

Die nächsten 25 Jahre standen im Zeichen

 

 

des 2. Weltkrieges

 

 

 

Die Freiwillige Feuerwehr Banfe war bereits im März 1926 dem West-fälischen Feuerwehr-Verband beigetreten, dessen Beitrag übrigens pro Mitglied 60 Pfennige im Jahr betrug. In 1927 trat die Wehr dem neuge-gründeten Kreisverband bei. Am 5. Februar 1928 fand in Erndtebrück eine Versammlung der Freiwilligen Feuerwehren des Kreises statt, in der die neue Satzung des Kreis-Feuerwehr-Verbandes Wittgenstein beschlossen wurde. In dieser Satzung wird darauf hingewiesen, daß der Kreisfeuerwehrverband ein Unterverband des Westfälischen Feuerwehr- verbandes ist.

 

In Paragraph 2 steht:

 „Der Kreisverband bezweckt:

a)            Die Förderung des Feuerlösch- und Rettungswesens im Kreise,

b)           die gegenseitige Unterstützung der einzelnen Kreiswehren in ge-meinsamer Arbeit und kameradschaftlichem Zusammenstehen,

c)            die Unterstützung der Bestrebungen des Provinzial-Feuerwehr-Verbandes und Durchführung der Beschlüsse der Provinzial Feuerwehrtage,

d)           die möglichst einheitliche Ausbildung der Wehren (Führer und Mannschaften),

e)           die Regelung der nachbarlichen Feuerlöschhülfen, nach Maßgabe  der betreffenden Orts-, Kreis-, Bezirks- oder Provinzial-Polizeiver-ordnungen.“

 

So wurden immer mehr Maßnahmen ergriffen, um durch gemeinsame Ausbildung, gegenseitige Hilfe und sonstigen Bestrebungen im Miteinander die Brandbekämpfung zu verbessern.

Auch konnte die technische Ausrüstung in Banfe erweitert werden. Zu der damaligen Zeit stand im wesentlichen nur die von der Gemeinde und der Feuersozietät angeschaffte Handdruckspritze zur Verfügung. Sollte nicht gerade ein Pferdegespann zur Verfügung stehen, so mußte diese per Hand von den Wehrleuten selbst gezogen werden. Als Ergänzung bemühte man sich um einen Gerätewagen, dessen Bewilligung aus einem Schreiben vom 18. April 1929 folgendermaßen hervor geht:

„Der Bürgermeister

 Banfe (Wittgenstein), den 18. April 1929

              

          An den Herrn Vorsitzenden der freiwilligen Feuerwehr

                                              in

                                         B a n f e

Durch Beschluß der Gemeindevertretung vom 1. Dezember 1928 sind die Kosten für Beschaffung eines Gerätewagens (Schlauchwagens) und 2 Äxte bewilligt worden. Ebenso sind auch zur Beschaffung von Tuch-röcken für die Mitglieder der Wehr im Jahre 1929  250,-- RM zur Ver-fügung gestellt worden. Ich gebe hiervon mit dem Ersuchen Kenntnis, das Weitere zu veranlassen und bemerke zugleich, daß die Prov.-Feuer-Sozietät auf diesseitigen Antrag hin, den Schlauchwagen kostenlos zur Verfügung gestellt hat.

                                           Dr. Schulenburg“

 

Auch dies ist ein Indiz für das Auf und Ab in der Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr in Banfe. Stellte die Anschaffung des Schlauch-wagens noch ein Auf dar, so begann, wie es die Geschichte lehrte, ein Ab mit der Gründung des „dritten Reiches“. Da die Nationalsozialisten im Jahre 1933 an die Macht kamen, veränderte sich das Feuerlöschwesen in seiner Entwicklung. So war es auch nicht verwunderlich, daß am 15. Dezember 1933, also schon am Anfang des dritten Reiches, der Preuss. Ministerpräsident Herman Göring ein neues umfangreiches Feuerlösch-gesetz, welches grundwandelnde Bestimmungen brachte, erlies. Zu-nächst kam eine sogenannte Reinigung in der Feuerwehr, daß „Nichtarische“ Feuerwehrleute entlassen werden mußten. Außerdem mußte der Kreisbrandmeister alle Kameraden ausschließen, wenn es der Kreisleiter der NSDAP forderte. Zu Anfang der Gründung der NSDAP waren einige Feuerwehrleute der SA beigetreten. Als die Vorbereitungen zu einem kommenden Krieg zu merken waren, mußten sich diese Kameraden entscheiden, SA oder Feuerwehr, denn auf beiden Seiten dienen wurde untersagt. Die oberste Gewalt über die Feuerwehr lag in der Reichsregierung zunächst bei dem R.M. Göring, wurde aber diesem durch den SS Führer Himmler genommen. Himmler vollzog den Einbau der Feuerwehr in die SS Polizei. Im Verlaufe dieser Anordnung wurden nach und nach vom Kreisbrandmeister abwärts die Mannschaften zu Hilfspolizeibeamten gemacht.

Auch die moderne Technik hielt 1938 ihren Einzug, indem der Banfer Feuerwehr einen langersehnter Wunsch in Erfüllung ging und sie eine Motorspritze erhielt. Diese wurde zunächst per Hand, später durch ein Fahrzeug, welches von dem Banfer Bürger und Gönner der Wehr, Ewald Wagener, uneigennützig zur Verfügung gestellt wurde, transportiert.

Als dann 1939 der 2. Weltkrieg ausbrach überschlugen sich die Ereig-nisse. Die Befehlsempfänge oder Meldungen rissen nicht ab. Sogar Politische Schulungen wurden in der Feuerwehr verlangt. Immer mehr Feuerwehrmänner sind, soweit wehrfähig, eingezogen worden. So wurden durch die Verwaltung alte oder ganz junge Leute Dienst-verpflichtet. Die Feuerwehr wurde nicht nur zu „normalen Bränden“ gebraucht, sondern auch Bomben sind in vielen Orten gefallen. Aus einem Schreiben des ehemaligen Kreisbrandmeisters Otto Stahlschmidt vom 21.12.1952 geht folgendes hervor: „In Feudingen waren es Brandbomben und ca. 14 bis 18 Häuser am Brennen. Die Feuerwehren haben sich hierbei besonders tapfer betragen. Während des Löschangriffs kamen über uns ein Kampfverband von ca. 6 Bombenflugzeugen sehr tief herab. Die anwesenden Vertreter von Behörde und Partei waren plötzlich verschwunden, aber die tapferen Feuerwehrmänner blieben an der Arbeit. Ein Angriff mit Phosphorplättchen, nachts auf unsere ausgedehnten Wälder geplant, blieb ohne große Wirkung und haben hierbei auch die kleineren Ortsfeuerwehren gezeigt, daß sie der Lage Herr blieben.“ Weiter schreibt er: „Der aller schwerste Angriff mit Spreng- und Brandbomben, war der Angriff auf Erndtebrück. Die Toten die es dort gegeben, sind nicht ermittelt worden. Die Feuerwehren aus dem näheren Kreisgebiet waren alle dort im Einsatz.“ Nach Erzählungen soll die Banfer Feuerwehr sogar zur Brandbekämpfung und bei den Auf-räumungsarbeiten nach dem Fliegerangriff auf Siegen am 16. Dezember 1944 dort gewesen sein. Diese Katastrophe war sogar in unserem ca. 23 km Luftlinie entfernten Banfe zu sehen. Der Himmel sei, wenn man Richtung Lindenfeld und Heiligenborn schaute, rot erleuchtet gewesen. Das im Anbau des damaligen „Landjahrs“, durch den Bombenangriff auf Siegen die Fensterscheiben zerbrochen sind, klingt dagegen eher unwahrscheinlich.

Der Zusammenbruch war vollkommen, der Krieg zu Ende, und die Feuerwehr erlebte zunächst alles in lähmender Stille. Im Kreisgebiet waren alle TS 8 verschleppt und die Ausrüstungen mußten abgeliefert werden und sind zum größten Teil auf Nimmerwiedersehen verschwun-den. Das die Feuerwehren vorübergehend ruhten, war auch allzu verständlich, denn niemand war bereit, eine Uniform zu tragen. Viel tragischer aber war, daß wie jeder Verein, auch die Feuerwehr den Tod von Gefallenen des 2. Weltkrieges zu beklagen hatte. Die Banfer Wehr traf es jedoch verhältnismäßig hart, waren es doch insgesamt 14 Kameraden, die nicht mehr in ihre Heimat zurückkehrten.

Doch einige Zeit nach dem Krieg formierte und organisierte sich die Wehr wieder. Der Aufbau war außerordentlich schwierig durchzuführen, da unser liebes Deutschland doch sehr arm geworden war. Es wurde gemeinsam mit Geldern von der Gemeinde, des Kreises, der Ämter und aus der Feuerschutzsteuer bewerkstelligt.

Konnte der Bericht, die ersten 25 Jahre, noch mit den damaligen Jubiläumsfeierlichkeiten abgeschlossen werden, so ist es hier nicht möglich. Sind doch die Feierlichkeiten zum 50-jährigen Jubiläum wegen den Nachkriegsverhältnissen erst 2 Jahre verspätet im Jahr 1953 in würdigem Rahmen abgehalten worden.

Höhen und Tiefen bestimmen den

Verlauf der weiteren 25 Jahre

 

Anfang der Fünfziger Jahre, 50 Jahre sind seit der Gründung der Banfer Feuerwehr vergangen, die Beschaffung von Ausrüstungsgegenständen erwies sich weiterhin schwierig. Im Januar 1952 fertigte man eine Bestandsmeldung an, aus der zu ersehen war, daß die technische Ausrüstung, von der persönlichen Ausrüstung ganz zu schweigen, doch sehr im argen lag. Durch die alten Gerätschaften und Bekleidung (teilweise 25 bis 50 Jahre alt) wurde der Dienst auch unregelmäßig und desinteressiert verrichtet. Doch die neue Wehrführung setzte alles daran, die mißliche Lage, die nicht nur in Banfe, sondern im ganzen Kreisgebiet vorhanden war, abzuändern. So wurden Anträge der Gemeinde Banfe, auf Unterstützung für Feuerwehrausrüstung, an den Stadt- und Amts-direktor Ackermeier von Laasphe gestellt. Aus diesem Schreiben vom 29. April 1952 geht hervor, daß der Wehr ca. 340 m B-Schläuche und 300 m C- Schläuche fehlen, um im Ernstfalle mit Erfolg arbeiten zu können. Diese Menge ergibt sich durch die verzweigte Dorflage, die Schule liegt ca. 400 m vom Wasser entfernt. Die Wasserversorgung bzw. Entnahme mußte in der meisten Jahreszeit aus der „Banfe“ erfolgen. Die Gemeinde sah sich außer Stande, mehr als DM 1000,- aufzubringen. Große Arbeiten an der Wasserleitung und dem Wegebau wurden als Gründe aufgeführt. Hierfür waren schon größere Holzschläge getätigt worden, und eine weitere Abholzung des Gemeindewaldes nicht tragbar. Man ließ nichts unversucht, um weiter voran zu kommen. Der Wehr-führer Adolf Schmidt sen. und die Kameraden Adolf Roth und Paul Frank besuchten den Kreisbrandmeister Stahlschmidt zwecks einer per-sönlichen Beratung über den weiteren Aufbau der Wehr. Ging es bei diesem Gespräch auch um die Ausrüstung, so wurde besonders über den Zustand des Spritzenhauses, welches eher als Geräteschuppen zu bezeichnen war, gesprochen. Die Alarmierung erfolgte immer noch durch Hornisten, und ist nicht gerade als durchschlagend zu bezeichnen. Unterstützung durch Industrie, welche in irgend einer Art zur Seite steht, fehlte in Banfe. Der Kreisbrandmeister Stahlschmidt verwies darauf, daß nicht nur Banfe unter den Zeitumständen leide, sondern der größte Teil der Wehren. In erster Linie sei die Gemeinde gefordert, um von anderer Stelle weitere Zuschüsse zu erhalten. Er gab aber die Zusage, die Ange-legenheit der Regierung vorzutragen. Eine zufriedenstellende Lösung konnte also nicht gegeben werden. Zu diesem Thema schrieb am 14. Mai

1952 die Zeitung „Rundschau für Wittgenstein“ einen Artikel mit dem Titel: „In Banfe erheben sich mahnende Stimmen. Allgemeine Kritik an der Zuschußverteilung für Feuerwehrzwecke.“ In dem Artikel wird darüber geschrieben, daß die Freiwillige Feuerwehr auf dem Lande vom Idealismus getragen wird und eine Benachteiligung der kleinen Wehren gegenüber den Größeren fehl am Platz sei. Bezogen auf die Banfer Wehr wurde folgendes geschrieben: „Im Hinblick auf die unzureichende Aus-rüstung der Banfer Wehr wirkt es befremdend, wenn von der bekanntge-wordenen Bezuschussung zur Unterhaltung der Feuerwehren allein 300000 DM in den Kreis geflossen sind, ohne daß man in Banfe davon etwas zu spüren bekam. Der Banfer Feuerwehr will nicht so recht das Argument einleuchten, daß intakte und gut ausgerüstete Wehren immer noch Begünstigungen erfahren müßten, um sie schlagkräftig zu halten.“ Eine Bevorzugung oder Begünstigung einzelner Wehren in irgendeiner Form sei deshalb nicht angebracht. Nach weiteren Aufzählungen und Anmerkungen endete der Artikel mit: „Die Banfer Wehrmänner betrach-ten mit etwas gemischten Gefühlen die schönen und gut eingerichteten Feuerwehrhäuser in den Wittgensteiner Städten und denken wehmütig daran, daß sie für ihre eigenen Schulungen über keinen ordentlichen Raum verfügen. Sie sind der Auffassung: Wenn schon Mittel zur Akti-vierung des Feuerschutzes, dann nach gerechten Maßstäben, denn gewöhnlich könne ihnen die eigene Gemeinde nicht unter die Arme greifen.“

Aus dem Jahre 1952 währe noch zu erwähnen, ein Schreiben des Ord-nungsamtes von Laasphe betreffend eines einheitlichen Feuerwehr-Dienstausweises. Erforderlich wurde er durch einen Runderlass des Innenministers vom 24.3.1952. Neben den persönlichen Daten forderte man auch ein Lichtbild (Passbild) an.

Ein leicht amüsanter, aber eigentlich heute noch zutreffender, Appell des Kreisbrandmeisters Stahlschmidt vom 14. Juni 1952 aus einem Schrei-ben an alle Feuerwehren. „Betr.: Reklameunwesen. Bevor ein Gesetz erlassen ist, welches in Bonn in Arbeit ist, helfen wir uns selber. Die Ge-rätehäuser sind zum Teil übersät mit Schildern von Zigarettenfabriken. Ich bitte, diese sofort verschwinden zu lassen. Auch die Plakate von Zirkussen sind abzuweichen. Ich hoffe, daß ich bei meinen Rundfahrten in Kürze diese Unwesen nicht mehr sehen brauche. Mein Appell geht noch weiter. Soweit Euch Kameraden solche an den Gartenzäunen und Geräteschuppen angebracht sind, lasst auch diese verschwinden. Wir brauchen unser Haus und unser Dorf nicht verschandeln zu lassen und jeder Kauft ja auch seine „Ova“ oder „Texas“ ohne diese Schilder.“

Die Nachwirkungen des Krieges, sei es vor allem die Reduzierung der Mannschaftsstärke durch gefallene Kameraden und die erwähnte Unlust auf Uniformen und andere ähnliche Militärzeichen, schienen so langsam überwunden zu sein. Dieser Optimismus erklärte sich auch daraus, daß immer mehr junge Männer den Weg zur Freiwilligen Feuerwehr fanden. So konnte in Banfe, die Wehr bestand nur noch aus zwei Handvoll aktiver Kameraden, die Anzahl verdreifacht werden. Im einzelnen waren dies 1951 zwölf, in 1952 sieben und in 1953 noch einmal zwei neue Mitglieder.

Die Mannschaftsstärke war erfolgreich aufgebessert worden, und so dachte man auch daran, nachdem der Kreis bereits sein erstes Feuerwehr-fest nach dem Krieg gefeiert hatte, das Jubiläum zum 50-jährigen Bestehen nachzufeiern. In der Generalversammlung am 31.1.1953 wurde beschlossen das 50-jährige Jubiläum am 9. August 1953 zu begehen. Es wurde zwecks Durchführung ein Vorbereitender Ausschuß gebildet und die Mitglieder Friedrich Rothenpieler, Karl Scheuer, Adolf Schmidt jun., Robert Leukel und Hermann Wagner einstimmig gewählt. Nach einem Beschluß, im Jahre 1953 keinen Kreisfeuerwehrtag abzuhalten, sondern dafür Stadt- und Amtfeuerwehrtage, kam auch Banfe, verbunden mit der Jubiläumsfeier, in den Genuß diesen für das Amt Laasphe auszurichten.

 Aber wie im richtigen Leben, so steht auch hier vor dem Spaß der Fleiß. Um die Ausbildung weiter zu verbessern, nahmen 3 Kameraden Anfang 1953 an der Landesfeuerwehrschule in Warendorf, als erste Banfer an Lehrgängen teil. Der damalige Wehrführer Adolf Schmidt sen., er trug den Dienstgrad Brandmeister bereits, machte die dazu gehörende Prüfung auf einem vom 7.1. bis 20.1.1953 stattgefundenen Brandmeisterlehrgang nach. Der Feuerwehrmann Hermann Scheuer sen. hat in der Zeit vom 19.2. bis 25.2. 1953 an einem Maschinistenlehrgang der Landesfeuerwehrschule teilgenommen. Als dritter im Bunde nahm der Oberfeuerwehrmann Heinrich Kleikamp vom 17.3. bis 23.3.1953 an dem Lehrgang für Oberfeuerwehrmänner erfolgreich teil.

Daß die Aufgaben der Feuerwehr, Feuer zu löschen und zu bekämpfen, sich langsam erweiterten, liest man in einem Einsatzbericht vom 1.2.53 wie folgt: „In folge des Schneefalles vom 31.1. auf 1.2. waren starke Verwehungen verursacht worden. Die Wehr gab daher mittags um 12.30 Uhr Alarm um vor allem die Hauptwege innerhalb des Ortes zu säubern. Dauer des Einsatzes: 4 Stunden.“ Von der Wehr sind namentlich 19 Kameraden und von der Bevölkerung 10 Personen an der Räumaktion beteiligt gewesen. Im Laufe der weiteren Berichterstattung wird sich immer mehr zeigen, wie sich die Aufgaben und vor allem auch die An-forderungen an Mensch und Ausrüstung verändern und vermehren wird.

 Kommen wir aber wieder zurück auf die Vorbereitungen zum 50-jährigen Jubiläumsfest. Zunächst bemühte man sich um eine geeignete Kapelle. Ein reger Schriftverkehr, das Telefonieren war noch nicht so üblich, entwickelte sich zwischen den verschiedenen Kapellen und dem Festausschuß. Die Eine, z.B. Blöchersche Kapelle Weifenbach, konnte zu dem Termin nicht, andere waren wiederum sehr teuer. Aber durch persönliche Beziehungen und Preisnachlaß, er betrug 5 DM pro Stimme, konnte man sich mit der Kreisfeuerwehrkapelle Wittgenstein einigen. Nachdem man Anfangs noch schwankte ob das Fest nur am Sonntag, oder Samstag und Sonntag gefeiert werden sollte, konnte man am 25.4.1953 folgende Zusage machen:

„ Sehr geehrter Herr Rost! In seiner letzten Sitzung beschloß der Vorstand der hiesigen Wehr, der Kreisfeuerwehrkapelle die Musik für unser Jubiläumsfest zu übertragen. Besetzung 15 Mann.                                                     

Durch Zeitungen und Erzählungen erfuhren immer mehr Personen von den Feierlichkeiten, und so traten immer neue örtliche und auswärtige Geschäftsleute auf den Plan, die ihren Verkaufsstand oder Buden aufstellen möchten. Nachdem auch die Bewirtschaftung geregelt war, kamen die Vorbereitungen langsam zum Schluß und man konnte die Einladungen verschicken. Als Beispiel nehmen wir das Schreiben an den Pfarrer Heinrich:

                                                                         

Herrn Pfarrer

Heinrich

B a n f e

 

Unsere Wehr wurde am 9.6.1901 gegr. Und blickt in diesem Jahre auf ein 52-jähriges Bestehen zurück. Die Verhältnisse erlaubten es jedoch nicht, eine würdige Feierstunde im Jahre 1951 durchzuführen. Die Wehr hat nunmehr den 9. August 1953 zum Jubiläumsfest erkoren.

Eine besondere Freude ist wohl die, daß wir noch 7 Mitbegründer und 2 weitere mit 48-jähr. Zugehörigkeit in unseren Reihen zählen dürfen.

Wir gestatten uns, Sie hiermit auf das herzlichste einzuladen.

Ein Festprogramm fügen wir bei. Möge der Tag einen harmonischen Verlauf und ein Erlebnis für uns alle werden.

                               Und entbiete ein herzl.

                                      GUT WEHR!

                                    Freiw. Feuerwehr

                                          Schmidt

                                      Brandmeister“

 

Besonders zu erwähnen ist noch, daß der Kontakt des Brandmeisters Adolf Schmidt sen. mit dem Führer der Werksfeuerwehr „Robert Müser“ der Harpener-Bergbau Bochum, seit den gemeinsamen Tagen auf der Landesfeuerwehrschule in Warendorf nicht abgerissen war. Und so ist es auch ein gegebener Anlaß gewesen, die Banfer Wehr, mit 38 Mann aus Bochum zu besuchen. Die Kameraden trafen bereits am Samstagabend ein und wurden nach einem gemütlichen Beisammensein bei ihren Gast-familien untergebracht. Daß die gemeinsamen Tage und das Fest noch lange in Erinnerung blieben, zeigt sich aus verschiedenen Briefen. Wenn auch diese Werksfeuerwehr nach einigen Jahren im Rahmen der Zechen-schließung aufgelöst wurde, so bestanden noch lange Zeit auf privater Ebene Kontakte zu den ehemaligen Kameraden dieser Werksfeuerwehr. Durch die Anwesenheit der Bochumer Werksfeuerwehr ist es auch zu erklären, daß man doch noch den Samstag zu dem Fest hinzunahm. Denn ein vorhandenes Festprogramm zeugt davon mit folgendem Wortlaut:

„Festprogramm

zum 50-jährigen Jubiläumsfest der Wehr.

Samstag, den 8.8.1953

18.30 Uhr            Empfang der Freiw. Werksfeuerwehr der Fa. Rob. Müser, Bochum

20.15 Uhr            Fackelzug zum Festplatz,

                           Begrüßung

                           Anschl. kamerad. Beisammensein mit Konzert und Tanz

Sonntag, den 9.8.1953

  9.00 Uhr            Gottesdienst

10.15 Uhr            Kranzniederlegung am Ehrenmal

12.40 Uhr            Empfang der Gäste und Gastwehren

13.00 Uhr            Aufstellung des Festzuges (Gasthaus zur Post)

                           Festzug zum Festplatz

                           Begrüßung

                           Festansprache mit Ehrung von 26 Jubilaren

                          Anschl. kamerad. Beisammensein und Tanz“

Stand das Jahr 1953 noch im Zeichen des 50-jährigen Jubiläums, so wurden die nächsten Jahre weiter genutzt um die Ausbildung zu verbessern. An einem Maschinistenlehrgang an der Landesfeuerwehrschule in Warendorf nahm im März 1954 der Kamerad Ernst Kraft und im Mai der Kamerad Rudolf Schmidt sen. teil. Auch für die Führer der Wehren galt es, ihren Wissensstand zu verbessern, und so mußten sie an Wochenendlehrgängen auf Kreisebene teilnehmen.

Nachdem der Kreisbrandmeister Otto Stahlschmidt (Berghausen) am 17. März 1954 gestorben war, wollte sich sein Nachfolger W. Sonneborn (Laasphe) einen Überblick von dem Ausbildungsstand der Freiwilligen Feuerwehren machen. Um dies zu erreichen sollten vorher nicht bekannte Alarmierungen statt finden. Eine gleichzeitige Inspektion der Gerätehäuser bot sich auch an. Die Alarmierung geschah immer noch durch den Hornisten. Daß ein Telefon immer noch selten war, zeigt sich in einem Schreiben an den Kreisbrandmeister vom 12.12.1954:

 

„Betr.: Telefonische Benachrichtigung der Wehr.

1.)          Brandmeister Adolf Schmidt,   kein Telefon

a)            Öffentliche in Banfe

b)            Adolf Goebel,   Kolonialwaren

2.)           Hornist: Karl Scheuer, Bäckerei, kein Telefon

a)            Adolf Wagener, Kohlenhändler Nachbar

b)            Ernst Kretzer, Metzgerei Nachbar

c)            Heinrich Müsse, Elektrogeschäft Nachbar“

 

Daß die Ausrüstung  immer noch sehr „bescheiden“ war, erkennt man aus einem vom 28.9.1955 aufgestellten Geräte- und Inventarienverzeich-nis. Hier wird weiterhin noch der Zubringer (Handdruckspritze) neben der TS 8 auf Anhänger aufgeführt. Dazu passend ist auch ein Antrag vom 21.1.1957 an den Bürgermeister auf Neubau eines Gerätehauses, der dringend notwendig sei. Aber wie wir heute wissen, dauerte es noch bis 1971, daß man in das Gebäude der ehemaligen Wäscherei als „neues“ Feuerwehrgerätehaus umziehen konnte. Wie im Titel zu diesen 25 Jahren beschrieben wird, gibt es nicht nur Tiefen, sondern auch Höhen. Eine davon war am 31.10.1958, denn da bekam die Banfer Feuerwehr endlich ein Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF/T), einen VW-Bus, der eine Trag-kraftspritze, Schlauchmaterial, Geräte und drei Wehrmänner transpor-tieren konnte. Hiermit konnte man endlich den gestellten Aufgaben gerecht werden. Wie aus dem Jahresbericht von 1958 hervorgeht, wird sich noch einmal bedankt bei allen Zuständigen, besonders beim Kreisbrandmeister, der es ermöglicht hatte einen entsprechenden Zuschuß zu bewerkstelligen. Aus selbigem Bericht sei noch erwähnt: „Eine Suchaktion an einem Sonntag-Nachmittag für Herrn .... mit Regenwetter, welche gegen Abend unterhalb Herbertshausen aus der strömenden Banfe nur noch als Leiche geborgen werden konnte.“ Auch solche unangenehmen Aufgaben gehörten damals schon zum Feuerwehrdienst.

Zu dem ersten „größeren“ Einsatz, mit dem neuen Fahrzeug, mußten die Feuerwehrmänner 1960 in Banfe bei dem Hausbrand Wilh. Schuppener fahren.

Die Sechziger Jahre sind etwas schwieriger nachzuvollziehen, da die Unterlagen sehr spärlich geführt wurden. Auch die Dienste schienen nicht mehr so gut besucht zu sein. „Ältere“ Kameraden zogen sich von den Übungsstunden zurück und Jüngere kamen kaum nach. Fragt man heute die noch lebenden damaligen älteren Kameraden, so erfährt man eigentlich keine konkreten Gründe. Da wird von der vielen Arbeit und der Landwirtschaft, die als Nebenerwerb betrieben wurde, gesprochen. Awa wenn’s mol bronde, doa wonn ma all do! (Aber wenn es mal brannte, dann waren wir alle da!). Aus heutiger Sicht sehe ich noch andere Gründe. So war die Freiwillige Feuerwehr Banfe immer noch in dem 1910 erbauten alten Spritzenhaus untergebracht. Es waren keine erwähnenswerten Umbauten erfolgt. Ein Schulungsraum stand nicht zur Verfügung, und der Leichenwagen war auch erst seit einiger Zeit an anderer Stelle untergebracht worden. Die Ausrüstung an Gerät ließ auch weiter zu wünschen übrig, und so wurde in dem Jahresbericht von 1964 die durch einen Sonderzuschuß ermöglichte Anschaffung von neuen Uniformen, als besonderer Höhepunkt hervorgehoben. Nun kann man zu dem Schluß kommen, daß weiterhin die Zuschüsse und Gelder nicht gerecht verteilt wurden. Doch genauso wie heute, so war es auch damals wichtig, eine gut ausgebildete aber auch gut ausgerüstete Wehr innerhalb der Gemeinde zu haben. Nach Erzählungen der älteren Kameraden, sei es Mitte bis Ende der sechziger Jahre zu einer Sitzung, die der damalige Kreisbrandmeister Sonneborn sen. einberufen hatte, im Gasthof Roth in Banfe gekommen. Hier stellte er den gerade mal ca. 10 Mann die Frage: „Weitermachen oder nicht?“ Zum Glück für die Banfer Bürger und die heute dienstleistenden Feuerwehrkameraden haben sich diese Männer für das Weitermachen entschieden. Aus welchem Grund und durch welche Initiative auch immer, es traten nach und nach immer mehr junge „Kerle“  in die Feuerwehr ein, die größtenteils auch heute noch ihren Dienst ausüben. Dabei waren auch einige 14 bis 16 Jährige, die in den heutigen Mitgliederlisten erst ab dem 17. Lebensjahr geführt werden (es gab noch keine Jugendfeuerwehr).

Ein weiteres Tief war durchschritten und von nun an ging es bis auf wenige Ausnahmen stetig bergauf. An Lehrgängen , auf der mittlerweile in Münster sich befindenden Landesfeuerwehrschule, wurde wieder teilgenommen. Dann, am 9. Juni 1971, zog die Banfer Feuerwehr  schließlich nach über 60 Jahren aus dem alten Spritzenhaus aus. In dem Gebäude der ehemaligen Wäscherei stand der Feuerwehr nach erfolgten Umbauten eine Fahrzeughalle zur Verfügung, die zu dieser Zeit sowohl das Fahrzeug als auch Schlauchmaterial, Geräte und die persönliche Ausrüstung aufnehmen konnte. Gleichzeitig stand der Feuerwehr erstmals ein eigener Schulungsraum zur Verfügung, in dem man fortan verstärkt Schulungen durchführte, die aufgrund der fortschreitenden Technisierung und der damit verbundenen erhöhten Anforderungen dringend notwendig waren. Die damalige Einladung lautete:

„Die Gemeinde Banfe übergibt am Mittwoch, dem 9. Juni 1971, das neue Feuerwehrgerätehaus in die Obhut der Freiwilligen Feuerwehr Banfe. Am gleichen Tage besteht die Freiwillige Feuerwehr Banfe 70 Jahre. Wir wollen beide Ereignisse zum Anlaß einer gemeinsamen Feierstunde nehmen, wozu wir Sie herzlich einladen. Wir ... .

           Gemeinde Banfe      Freiwillige Feuerwehr Banfe

                  Reppel                            Kleikamp

            Bürgermeister                     Brandmeister“

Auf der Dienstversammlung vom 26. Februar 1972 ging man natürlich auf dieses Ereignis noch einmal ein, und Kreisbrandmeister Sonneborn bildete den Abschluß der Versammlung mit Gruß- und Dankesworten. Er lobte die rege aktive Tätigkeit und zeigte sich erfreut, daß mittlerweile sehr zahlreiche junge Kameraden sich der Wehr und damit zur Hilfe am Nächsten zur Verfügung stellten. Außerdem wurde in dieser Versamm-lung, dem Vorschlag des Schriftführers Schmidt, den Kreisfeuerwehrver-bandstag 1973 zu übernehmen und auszurichten, einstimmig zugestimmt. Bereits am 28.3.1972 ging ein Schreiben an den Kreisfeuerwehr-Verband mit der Bitte um eine Zusage. Nachdem diese erteilt war, begann man mit der Organisation, und einigte sich auf das Wochenende vom 20. - 22. Juli 1973 zur Ausrichtung des Kreisfeuerwehrverbandstages. Der Ver-bandstag begann am Freitagnachmittag, während man auf das Eintreffen der Teilnehmer zum Delegiertentag wartete, mit der Möglichkeit zur Besichtigung der Heimatstube Banfetal. Um 17,30 Uhr Beginn der Delegiertenversammlung im Gasthof Rothenpieler. Ein anschließender Festzug, mit Kranzniederlegung am Ehrenmal, brachte die Fahrzeuge und Mannschaften unter der Begleitung des Feuerwehrmusikzuges Feudingen zum Festplatz. Hier konnte um 20.00 Uhr der Festkommers beginnen. Er hatte einen Höhepunkt mit der Verabschiedung von Wehrführer Heinrich Kleikamp und der Einführung von Brandmeister Eberhard Kraft als Wehrführer durch Kreisbrandmeister Sonneborn. Der Samstag stand ganz im Zeichen des Verbandstages. Nach einem Festzug, Begrüßungs- und Grußworten, Ausstellung von Fahrzeugen und Gerät und von Schauvorführungen konnte der Abend, umrahmt von Wasser-spielen und Feuerwerk, mit Tanz und Unterhaltung beginnen.

Das Festwochenende klang am Sonntag mit einem zünftigen Früh-schoppen und einem gemeinsamen Mittagessen, Erbsensuppe aus der Gulaschkanone, aus. Vom Delegiertentag ist noch zu erwähnen, daß man sich hinsichtlich der bevorstehenden kommunalen Neugliederung und in diesem Zusammenhang mit der wahrscheinlichen Auflösung des Kreises Wittgensteins, Gedanken über das Weiterbestehen des Verbandes machte. Man vertagte eine Entscheidung auf den im nächsten Jahr stattfindenden Verbandstag in Erndtebrück, auf dem konkrete Vor-schläge unterbreitet werden sollten.

Um den Brandschutz in Banfe weiter zu verbessern, wurde unter anderem ein Schreiben an die Gemeinde um „Erstellen von 3 Lösch-wasserteichen im Dorfbereich des Baches Banfe“ gebeten. Weitere Lehrgänge für Maschinisten, Oberfeuerwehrmänner und Brandmeister wurden in den nächsten Jahren belegt.

Der 16.11.1974 hat in der Geschichte der Banfer Wehr einen historischen Wert. Eine Zeitung schrieb: „Letzte Dienstversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Banfe.“ Doch zunächst zu etwas erfreulichem. Wie aus dem Jahresbericht von 1974 hervorgeht schreibt die Westfalenpost: „Die Freiwillige Feuerwehr Banfe zählt 53 Mitglieder, von denen 27 aktiv tätig sind, 15 der Reservegruppe angehören, 4 Ehren- und 7 fördernde Mitglieder. Das Durchschnittsalter der 27 aktiven Feuerwehrmänner beträgt 24 Jahre und die durchschnittliche Dienstzeit dieser Aktiven beläuft sich auf 7 Jahre. Daraus ergibt sich die erfreuliche Tatsache, daß das allgemeine Eintrittsalter bei 17 Jahren liegt.“ Über den Führungs-wechsel in der Banfer Wehr schreibt die Zeitung weiter: „Kreisbrand-meister Sonneborn verabschiedete den infolge Berufswechsel als Wehrleiter ausscheidenden Brandmeister Eberhard Kraft und ernannte zum künftigen Leiter des Löschzuges Banfe den Unterbrandmeister Helmut Hassler (heute nach fast 27 Jahren noch Löschzugführer) und zu seinem Stellvertreter Unterbrandmeister Otto-Heinz Wunderlich (heute Wehrführer der Stadt Bad Laasphe).“ Kommen wir wieder zum Anfang des Artikels. Hier stand: „Die Freiwillige Feuerwehr Banfe hatte zu ihrer letzten Dienstversammlung in den Gasthof Rothenpieler eingeladen, da sie im Zuge der kommunalen Neugliederung ... zusammengeschlossen wird.“ Doch was bedeutete des für die Banfer Wehr? Im Jahre 1975 wurde im Rahmen der kommunalen Neugliederung die Freiwillige Feuerwehr Banfe zum „Löschzug“ Banfe der Freiwilligen Feuerwehr Laasphe, da nach den gesetzlichen Bestimmungen nur eine Feuerwehr innerhalb einer Gemeinde bzw. Stadt besteht. Dies bedeutete jedoch nicht das Ende der Banfer Feuerwehr, sondern brachte neben der offiziellen Namensänderung lediglich organisatorische Veränderungen mit sich, z.B. hatte Banfe nun keinen Wehrführer mehr an seiner Spitze, sondern einen „Löschzugführer“. Auf vereinsmäßiger Ebene änderte sich nichts. Nicht nur auf Stadt-, sondern auch auf Kreisebene wurden Änderungen erforderlich. Die Freiwilligen Feuerwehren des neuen Kreises schlossen sich zu dem „Kreisfeuerwehrverband Siegerland – Wittgenstein e.V.“ zusammen.

Wie bereits erwähnt, fanden immer mehr Jugendliche den Weg zur Banfer Wehr und man gründete eine „Jugendgruppe“, die der Vorläufer der späteren Jugendfeuerwehr war. In einer Mitgliederliste vom 28.4.75 standen somit schon wieder 26 Aktive und 9 Kameraden aus der Jugend-gruppe.

1976, wieder ein Jubiläumsjahr der Banfer Wehr, die wie berichtet, jetzt Löschzug Banfe der Freiwilligen Feuerwehr Laasphe heißt. 75 Jahre sind seit der Gründung vergangen und am Mittwoch den 9.6.1976 wurden die Feierlichkeiten auf den Tag genau mit einem Festakt in der Turnhalle eröffnet. Zuvor bestand wieder die Möglichkeit, umrahmt von einem Platzkonzert, die Banfer Heimatstube zu besichtigen. Anschließend Abmarsch des Löschzuges zur Kranzniederlegung am Ehrenmal und danach weiter zur Turnhalle. Hierhin waren neben zahlreichen Vertretern der Öffentlichkeit und der Banfer Vereine auch Abordnungen von Feuer-wehren des inzwischen bestehenden Kreises Siegen – Wittgenstein eingeladen.

Die Feierlichkeiten gingen am Wochenende unter der Schirmherrschaft von Stadtdirektor Beckehoff weiter und wurden unter der Beteiligung der Banfer Bevölkerung, Vereinen und Feuerwehrkameraden aus dem ganzen Kreisgebiet zu einer gelungenen Veranstaltung, an die sich jeder der damals Anwesenden noch gerne erinnert

Hier enden weitere 25 Jahre in der Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr in Banfe. Abschließend noch die aktiven Kameraden im Jubiläumsjahr 1976 in alphabetischer Reihenfolge:

 1. Blöcher, Artur                                   2.            Diehl, Hermann

 3. Ermert, Werner                                 4.            Friedrich, Joachim

 5. Frank, Norbert                                  6.            Gabel, Stefan-Georg

 7. Hassler, Helmut                                8.            Hassler, Karl-Otto

 9. Hedrich, Kurt-Heinrich                     10.          Heinrich, Friedhelm

11. Kraft, Eberhard                               12.          Melzer, Kurt

13. Pitz, Ernst-Adolf                              14.          Roth, Karl-Heinz – Talstr.

15. Roth, Karl-Heinz – Am Sand             16.          Roth, Werner

17. Rothenpieler, Kurt                            18.          Sassmanshausen, Dieter

19. Schmidt, Alfred                                20.          Schmidt, Friedhelm

21. Schmidt, Fritz                                   22.          Schmidt, Gerd

23. Schmidt, Heinz-Erwin                       24.          Schmidt, Helmut

25. Schmidt, Rudolf jun.                         26.          Schmidt, Ulrich

27. Schreiber, Fritz                                 28.          Schreiber, Klaus

29. Spies, Ernst-Otto                              30.          Stenger, Kurt

31. Stenger, Werner                               32.          Wagner, Adolf-Heinrich

33. Wagner, Helmut                               34.          Wahl, Eberhard

35. Wanke, Karl-Heinz                           36.          Weil, Werner

37. Wickenhöfer, Gerhard                       38.          Wunderlich, Otto-Heinz

 

 

Technik und Anforderungen haben sich in

 

 

den nächsten 25 Jahren rasant entwickelt

 

 

 

 

Gehen wir am Anfang gleich einmal auf die sich verändernde Situation ein. Feuerwehr, was ist das? Die Aufgabenstellung geht, wenn auch heute nicht mehr voll zutreffend, aus dem Wort selbst hervor. Waren es früher fast ausschließlich Brandeinsätze, so sind es heutzutage überwiegend technische Hilfeleistungen, während die Brandeinsätze aufgrund moderner Bautechniken stark zurück gegangen sind.

Ihre gesetzliche Grundlage hat die Feuerwehr vor allem in dem „Gesetz über den Feuerschutz und die Hilfeleistung bei Unglücksfällen und öffentlichen Notständen“ (FSHG). Aus dem §1: „Zur Bekämpfung von Schadenfeuer sowie zur Hilfeleistung bei Unglücksfällen und bei solchen öffentlichen Notständen, die durch Naturereignisse, Explosionen oder ähnliche Vorkommnisse verursacht werden, unterhalten die Gemeinden den örtlichen Verhältnissen entsprechende, leistungsfähige Feuer-wehren“ ergibt sich, daß die Feuerwehr eine Einrichtung der Gemeinde ist und somit einen gesetzlichen Auftrag zu erfüllen hat. Nach §12 sind die Angehörigen der Feuerwehr ehrenamtlich tätig und haben lediglich Anspruch auf Ersatz ihrer Auslagen. „Gott zur Ehr’ – dem Nächsten zur Wehr.“ Dieser Wahlspruch der Feuerwehr ist so alt, wie es diese Orga-nisation gibt. Nicht nur alleine unter dieses Motto stellt die heutige Feuerwehr ihre Einsatzbereitschaft, sondern Begriffe wie „Retten – Löschen – Bergen – Schützen“ sind die Erweiterung und Anpassung auf die sich zunehmend verändernde Situation.

Doch kehren wir wieder zu der Geschichte der Banfer Wehr zurück, denn am 26.11.1977 wurde endlich das inzwischen fast 20 Jahre alte Fahrzeug des Löschzuges Banfe durch ein neues Tragkraftspritzenfahr-zeug (TSF) ersetzt. Bei dieser Gelegenheit sei einmal auf das unnatürlich hohe Alter der Fahrzeuge hingewiesen, die bei der Feuerwehr eingesetzt werden. Dies ist nur möglich, weil die Wehrmänner, insbesondere die Maschinisten, diese Fahrzeuge intensiv pflegen und warten, und somit die Lebensdauer garantieren. Von 1977 sei noch zu erwähnen die seit dieser Zeit jährlich stattfindenden Leistungsnachweise des Kreisfeuer-wehrverbandes. An diesen Veranstaltungen nahm man von Anfang an regelmäßig erfolgreich teil. Mir persönlich ist vom ersten „Wettkampf“ noch folgendes gut in Erinnerung geblieben. Waren es doch die Laaspher und Banfer Kameraden, die als einzigste schon die neuen orangenen Jacken mit grauen Hosen trugen. Nach Erledigung der Aufgaben gesellte man sich an ein Pilsrondell, an dem man dann gefragt wurde: „Na, was wollt ihr „Müllmänner“ denn trinken?“ Nur dem besonnenen Eingreifen der älteren Kameraden war es zu verdanken, daß die Jüngeren aus dem Rondell keine Achterbahn machten. Aber auch solche heiteren Anek-doten gehören irgendwie zum Alltag der Feuerwehr dazu, der größten-teils  mit Übungen verbracht wird. Seit der kommunalen Neugliederung gehören auch Übungen auf Stadtebene häufiger zur Ausbildung dazu. Auch Großübungen aller Löschzüge des Altkreises Wittgenstein, wie 1978 in Erndtebrück-Benfe, waren Höhepunkte in der praktischen Ausbildung. Diese erstmals in dieser Größe durchgeführte Übung blieb den Kameraden des Löschzuges Banfe noch lange gut in Erinnerung.

Wie bereits im Titel erwähnt, nahm die Geschichte der Wehr eine rasante Entwicklung. Im Laufe der weiteren Berichterstattung wird auf bestimmte Themen nicht mehr eingegangen, da es den Rahmen sprengen würde. An dieser Stelle sei deshalb noch einmal darauf hingewiesen, daß die Ausbildung der Wehrleute in der Folgezeit einen hohen Stellenwert einnahm und auch heute noch einnimmt. So gibt es keinen aktiven Feuer-wehrangehörigen, der nicht an Lehrgängen teilgenommen hat. Sie gliedern sich auf in Grund-, Atemschutz-, Maschinisten-, Funk-, Gefahrgut-, Strahlenschutz-, Technische Hilfeleistungslehrgänge und Lehrgänge auf Führungsebene, die alle auf Stadt-, Kreis- und Landesebene stattfanden bzw. stattfinden. Über die Einsätze berichten wir gesondert unter dem Titel „Die Einsätze der letzten 30 Jahre“ ausführlich. Der Fahrzeugbestand veränderte sich ab 1982 in relativ rascher Folge. Stand bis zu diesem Zeitpunkt nur ein Fahrzeug zur Verfügung, so übernahm die Banfer Wehr 1982 vom Löschzug Feudingen ein Löschgruppenfahrzeug (LF 8). In Form eines Hilfsrüst-wagens (HRW) stand sogar ein drittes Fahrzeug zur Verfügung. Je nach Lage besaß der Löschzug Banfe drei bis vier Feuerwehrfahrzeuge, die teils als gebrauchtes, aber auch als neues Fahrzeug bei uns stationiert wurden. Ein für unsere Heimatgemeinde sehr wichtiges und wertvolles Fahrzeug, ein Tanklöschfahrzeug (TLF 8), konnte erstmals 1984 übernommen werden. Über den weiteren Verlauf der Fahrzeuge im Standort Banfe gibt der Bericht mit Fotos „Die Fahrzeuge der Banfer Feuerwehr“ Auskunft.

Doch kommen wir wieder in die chronologische Reihenfolge zurück. Am 20. Okt. 1982 war in Laasphe eine Anhörung zwecks Bestellung eines neuen Stadtbrandmeisters. Erforderlich wurde sie, da der bisherige STBM Wilfried Sonneborn seinen Rücktritt erklärt hatte. Dem Rat der Stadt wurde der Kamerad Hans Wehn vorgeschlagen und auch später vom Rat bestätig. Bei diesem Treffen der Feuerwehrkameraden der Stadt Laasphe wurde aber auch über ein für den Banfer Löschzug entscheiden-des Geschehnis Stellung bezogen. Es handelte sich um die vom Stadt-direktor Beckehoff veranlaßte und durchgeführte Auflösung des Lösch-zuges Fischelbach. Was bedeutete das für uns? Das Aufgabengebiet, bzw. der Zuständigkeitsbereich, hatte sich inzwischen durch die Schließung der Feuerwehren in den Nachbarorten Hesselbach (von ca. 1925 bis 1971) und Fischelbach (von 1944 bis 1982) beträchtlich erweitert. Ab dieser Zeit und auch heute noch ist der Löschzug Banfe für das obere Banfetal mit den Ortschaften Herbertshausen, Banfe, Lindenfeld, Heiligenborn, Bernshausen, Hesselbach, Fischelbach und Sohl verantwortlich. Somit ist die Banfer Wehr für eine sehr waldreiche und bergige (Gr. Alertsberg 645m) Aktionsfläche von 44 km² zuständig

Aufgrund der wachsenden Zahl der Mitglieder, der Fahrzeuge und Geräte, auch bedingt durch die Vergrößerung des Einsatzgebietes, wurde am 25.11.1982 seitens der Feuerwehr ein Antrag auf Errichtung eines neuen, den Anforderungen entsprechenden Gerätehauses gestellt. Der Löschzugführer Helmut Hassler führte in seinem Antrag weiter an: „Zu diesen wichtigsten Fakten kommt weiterhin die Tatsache, daß die Museumsarbeit der Wanderfreunde Banfetal, die im gleichen Gebäude untergebracht ist, aus Platzmangel in absehbarer Zeit eingestellt werden muß. Ich halte es daher für sinnvoll, einen Antrag auf Errichtung eines neuen Gerätehauses ernsthaft zu prüfen, damit eine Lösung sowohl für die Feuerwehr als auch für die Wanderfreunde Banfetal erreicht würde.“ Bis zum Einzug ins neue Feuerwehrhaus sollten noch 5 Jahre vergehen, und so wurde unabhängig davon 1982 bis 1983 in Eigenleistung aus zwei Kellerräumen unterhalb der Fahrzeughalle des Gerätehauses, in einem Raum Platz für Gerätelagerungen und im anderen Keller ein neuer, größerer Schulungsraum geschaffen. 1982 war ein für die Wehr ereignis-reiches Jahr. Außer dem bereits erwähnten, wie Antrag auf erstellen eines neuen Feuerwehrhauses und dem Beginn des Umbaues in den Kellerräumen, wurde in dem Jahresbericht von 1982 noch folgendes erwähnt: „Es wurde unter anderem erreicht, daß für 25 Personen Parkas angeschafft und verteilt werden konnten, die Funkalarmierung und verbunden hiermit die Koppelung der Sirene auf dem Schulgebäude wurde verwirklicht, dem Lz Banfe wurde der HRW vom Lz Laasphe übergeben, weiterhin konnten wir den alten LF 8 des Lz Feudingen komplett ausgerüstet übernehmen, es ... .“ Dem Lz Laasphe wurde von der Westfälischen Provinzial-Feuersozietät ein Heuwehrgerät überlassen und somit bekam gleichzeitig auch Banfe eine Heumeßsonde.

Seit der Neuorganisation Anfang 1984 gab es nur noch drei Löschzüge: Löschzug I Kernstadt, Löschzug II mit den Löschgruppen Banfe und Puderbach mit Zugführer H. Hassler und Löschzug III mit den Lösch-gruppen Feudingen, Rüppershausen und Volkholz.

Zum Thema aktiv oder nicht wurde folgendes Schreiben vom Löschzugführer Hassler verteilt:

„Zur Beachtung:

Aufgrund eines Beschlusses des Wehrführers nach Rücksprache mit den Zugführern gilt ab sofort folgendes:

Um eine klare Trennung zwischen aktiven Kameraden und nichtaktiven Kameraden zu finden wird der Wehrführer am Jahresende die Dienstbücher einsehen und dann zusammen mit dem zuständigen Zugführer entscheiden, ob der Feuerwehrmann regelmäßig am Dienst teilgenommen hat, und somit als aktiver Feuerwehrmann weiter geführt wird. Bei der Beteiligung werden keine festen Zahlen oder Prozente festgeschrieben, da verschiedene, stichhaltige Entschuldigungsgründe mit berücksichtigt werden.

Sollte ein Kamerad ohne Entschuldigung öfter nicht zum Dienst erscheinen, wird er vom Wehrführer bzw. Zugführer aufgefordert dies zu ändern. Falls er weiterhin nur unregelmäßig zum Dienst erscheint, erfolgt Ausschluß aus der Feuerwehr, das bedeutet, daß keine pers. Ausrüstung mehr bereitgehalten wird und der Kamerad nicht mehr berechtigt ist Einsätze oder Übungen zu absolvieren. Der Versicherungsschutz ist ebenfalls nicht mehr vorhanden! Einer Mitgliedschaft auf kameradschaftlicher Basis in der jeweiligen Löschgruppe steht jedoch nichts im Wege. Ich bitte um Beachtung dieser Regelung und fordere alle Kameraden nochmals auf, regelmäßig am Dienst teilzunehmen.

                                              gez. (Hassler)

                                            Löschzugführer“

 

Aus bekannten Gründen hatte sich der Fahrzeugbestand auf vier Stück erhöht. Leider war der vorhandene Platz sehr beengt, so daß zwei Fahrzeuge behelfsmäßig untergebracht werden mußten. Stand das TSF in einem Schuppen unterhalb des Gerätehauses, so wurde als Folge der Übernahme des LF 16/TS in Eigenleistung und mit Zustimmung der Dreschgenossenschaft eine Verbretterung der Wagenhalle neben dem Dreschwagen vorgenommen und so eine Unterstellmöglichkeit und Wetterschutz für das Fahrzeug geschaffen.

Auf eine besondere Übung muß doch noch einmal eingegangen werden. Am 16. Mai 1987 wurde eine landesübergreifende Einsatzübung im Ortsteil Sohl durchgeführt. Beteiligt waren der Lz I Bad Laasphe, der Lz II Banfe / Puderbach (beide NRW) und die Freiwillige Feuerwehr Dietz-hölztal (Hessen). Auch solche Übungen sind wichtig, da verschiedene gesetzliche und organisatorische Unterschiede vorhanden sind, denn Feuer kennt keine Grenzen.

1987 stand ganz im Zeichen der Fertigstellung des nach neuesten Erkenntnissen gebauten Gerätehauses mit einer Fahrzeughalle für drei Großfahrzeuge, Schulungsraum, Werkstatt, Küche und sanitären Einrich-tungen. Somit hatten die Kameraden des Löschzuges in den Sommer-monaten auch alle Hände voll zu tun, um die erforderlichen Eigenlei-stungen zu bewerkstelligen. Der damalige Stadtdirektor Gerhard Karpf ging in seiner Ansprache auch auf diese Sachlage ein und so schrieb die Zeitung Westfalenpost, daß die Kosten bei den ursprünglichen Kosten-schätzungen blieben und führte fort: „Dies ist aber hauptsächlich ein Verdienst der Kameraden des Löschzuges Banfe, die Eigenleistungen in einem ganz erheblichen Umfang erbracht haben. Der Stadtdirektor nannte nur Abdichtung, Isolierung und Verkleidung der Außenfassade, Isolierung aller Innendecken und die Montage aller Innendecken und Fenster, die Herstellung der Einbauspinde, Regale sowie aller notwen-digen  Aufräumungsarbeiten. Der Löschzugführer hat 69 Arbeitseinsätze mit 1509 Stunden notiert. Da die erbrachten Eigenleistungen auch ausge-schrieben waren, kann der Wert der Eigenleistung mit mindestens 45000 DM (in 1987) beziffert werden.“

Der 10.10.1987 bildete mit dem Umzug in das neue Feuerwehrgeräte-haus den Abschluß dieser Tätigkeiten und so konnte am 30. Oktober 1987 die offizielle Übergabe und Einweihung mit einer kleinen Feier verbunden werden. Die Siegener Zeitung berichtete unter dem Titel: „Brandneues Feuerwehrgerätehaus.“ Die WP schrieb: „Der Löschzug Banfe der Freiwilligen Feuerwehr Bad Laasphe hatte seinen großen Tag: Die Fertigstellung und Übergabe des neuen Feuerwehrgerätehauses. In seiner Festansprache bezeichnete Stadtdirektor Gerhard Karpf den Anlaß als Grund, mit Freude und Stolz das entstandene Werk zu betrachten. Er begrüßte die große Zahl der Gäste, unter ihnen den ... und viele Vertreter des wirtschaftlichen, des öffentlichen und des kulturellen Lebens aus dem gesamten Kreisgebiet.“

Für die Banfer Feuerwehr war dies ein sehr bedeutungsvolles Ereignis! Nun nützen das beste Gerät und die schönste Feuerwache nichts, wenn keine von bürgerschaftlicher Mitverantwortung und Hilfsbereitschaft überzeugten Feuerwehrmänner vorhanden sind. In unserer Heimatgemeinde gab es diese Männer im Jahre 1901, und – es gibt sie auch noch heute! Die Verbundenheit der Banfer Bevölkerung zu ihrer Wehr zeigte sich am 8. Nov. 1987 beim „Tag der offenen Tür“. Aus Anlaß der Fertigstellung und Übergabe des Gerätehauses wurde es der Bevölkerung des Banfetales ermöglicht, die Wehr in ihrem neuen Domizil zu besuchen. Neben den beim Löschzug Banfe stationierten Fahrzeugen LF 8, TSF und TLF 8 konnten auch drei Fahrzeuge TLF 16-25, LF 16 TS und RW 1 des Löschzuges I besichtigt werden.

Das erfolgreiche Jahr 1987 konnte, bevor es zu Ende ging, noch einmal getoppt werden. Am 18.12.1987 wurde das in 1986 bereits ausgemusterte LF 16/TS vom Bund mit einem neuen Fahrzeug gleicher Art ersetzt. Dieses Löschgruppenfahrzeug ist auch heute noch im Einsatz.

30.03.1988: Helmut Hassler wird zum stellvertretenden Leiter der Frei-willigen Feuerwehr Bad Laasphe (stellvertretender Stadtbrandmeister) ernannt. Kommissarisch nahm er das Amt bereits seit 1985 wahr.

01.05.1989: An diesem Tag wurde die Löschgruppe Puderbach aus dem Löschzug II herausgelöst und in den Löschzug I integriert.

02.12.1989: Die Jugendfeuerwehr der Stadt Bad Laasphe, bestehend aus den Gruppen Bad Laasphe und Banfe, feiert ihr zehnjähriges Bestehen. Wehrführer Hans Wehn hatte aus diesem Anlaß zwei Wimpel mitge-bracht, mit denen künftig Zeltlager und öffentliche Auftritte markiert werden.

12.07.1990: Offizielle Übergabe eines neuen Tanklöschfahrzeuges (TLF 8/18), es ersetzt das 25 Jahre alte TLF 8, an den Löschzug in Banfe. Auch dieses Fahrzeug ist heute noch am Standort und als „Erstangriffs-fahrzeug“ unverzichtbar.

09.06. und 12.07. bis 14.07.1991: Hierzu kann man in dem Jahresbericht von Löschzugführer H. Hassler lesen: „Fest 90 Jahre Freiw. Feuerwehr Banfe: Da die Feuerwehr in Banfe in 1901 gegründet wurde, war dies Anlaß, daß 90-jährige Bestehen gebührend zu feiern. Auf den im Gründungsprotokoll aufgeführten Termin genau, am 9.6., wurde zum Auftakt ein „Tag der offenen Tür“ beim Gerätehaus in Banfe durchge-führt. Das eigentliche Fest wurde am Freitag, 12.7.91 mit einem Kinder-festzug und bunten Luftballonfiguren eröffnet. Am Samstag folgte nachmittags eine Geräteschau, anschließend Tanz mit den erschienenen Feuerwehren und örtlichen Vereinen.“

„Überwältigend war dann am Sonntag, 14.7.91 der lange und farben-prächtige Festzug, wie ihn Banfe seit vielen Jahren nicht mehr gesehen hatte. Sehr viele Feuerwehrkameraden, die örtlichen Vereine und die Bevölkerung feierten mit uns den letzten Tag des Festes mit einer prächtigen Stimmung.“ Mit dem Dank an alle Helferinnen und Helfer schloß er seinen Bericht und erwähnte noch einmal besonders: „Die Bewirtung einschließlich der Küche und der Bedienung wurde ausschließlich durch eigene Mitglieder durchgeführt.“

19.09.1992: Wieder eine länderübergreifende Einsatzübung, an der außer Bad Laasphe, Banfe und Dietzhölztal auch Kameraden aus Breidenbach teilnahmen. So waren an der Landesgrenze zwischen Hessen und NRW Rettungskräfte aus drei verschiedenen Kreisen im Einsatz. Im einzelnen waren dies der Lahn-Dill-Kreis, der Kreis Marburg-Biedenkopf und der Kreis Siegen-Wittgenstein.

24.03.1993: Der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes, Horst Reh überreichte im Auftrag des Deutschen Feuerwehrverbandes dem stellver-tredenden Wehrführers und Banfer Löschzugführers Hauptbrandmeister Helmut Hassler das Feuerwehrehrenkreuz in Silber. Siehe auch den Bericht „Warum mache ich das eigentlich?“

17.04.1993: Aus Anlaß des verheerenden Dorfbrandes am 16. April 1793 in Banfe veranstalteten die Wander- und Heimatfreunde Banfetal ihren 17. Heimattag und eröffneten Ihn mit einer Sonderausstellung „Brand-katastrophen und Brandschutz in Wittgenstein“.

16.05.1993: Zum gleichen Thema wird unter dem Motto „Brand-Aktu-elles“ Museum und Feuerwehr informieren, der Bevölkerung die Mög-lichkeit gegeben, sich in einer gemeinsamen umfangreichen und inter-essanten Ausstellung im Museum über die historische Brandbekämpfung und im in unmittelbarer Nähe sich befindenden Feuerwehrhaus über die Möglichkeiten der modernen Brandbekämpfung zu informieren.

28.09.1993: Stillegung des LF 8 (25 Jahre alt) durch den TÜD. Fahrzeug wurde umgehend abgemeldet und verkauft.

1995 Nachdem der Löschzug Banfe fast 2 Jahre mit drei Fahrzeugen auskommen mußte, wurde der Bestand nun um das bisher beim Lz I stationierten TSF erweitert. Auf dem LF 16/TS wurde der vom Lz III übernommene komplette Rüstsatz verlastet.

11.10.1995: Die Banfer Vereine gründeten nebst einigen Einzelmitglie-dern den „Verein für Kultur, Sport und Freizeitgestaltung Banfe e.V.“. Natürlich ist der Löschzug Banfe auch Mitglied der neuen und vielver-sprechenden Institution, die durch die Errichtung einer neuen Fest- und Kulturhalle den Satzungszweck verwirklichen will.

03.07 – 07.07.1996: Kreiszeltlager der Jugendfeuerwehren des Kreises Siegen-Wittgenstein. Bei diesem mit großem Erfolg durchgeführten Zelt-lager oberhalb des Sportplatzes wurden ca. 540 Jugendliche mit ihren Betreuern versorgt. Bei dieser Gelegenheit ist auch die Jahresversamm-lung der Jugendfeuerwehr abgehalten worden und die Festhalle war in Dunkelblau und leuchtendes Orange getaucht.

18.10.1998: Der Löschzug Banfetal veranstaltete am Sonntag um 11.00 Uhr beim Feuerwehrgerätehaus erstmals ein Oktoberfest mit bayerischen Spezialitäten. Dieses zünftige Oktoberfest löste fortan die früher erfolg-reich durchgeführten Kartoffelbratfeste ab.

19.11.1999: Feierstunde im Feuerwehrgerätehaus in Banfe aus Anlaß des Jubiläums 25 Jahre Löschzugführer H. Hassler. Dieses doch wohl seltene Jubiläum zu würdigen, war es den Kameraden wert, ihn und seine Frau nebst einigen „Offiziellen“ zu einer kleinen Feier einzuladen.

31.12.1999: Bereitschaftsdienst anläßlich des Jahres- bzw. Jahrtausend-wechsels und der damit erwarteten und verbundenen Probleme hinsichtlich Stromausfall und Ausfall der Kommunikationsmittel, insbe-sondere Telefon. Hieran nahmen 12 Kameraden teil. Siehe auch Bericht „Einmalig für uns: Ein neues Jahrtausend beginnt!“

 

Mit dem Brand von 1793 begann unsere geschichtliche Erzählung und der Ledereimer war das erste Löschgerät. Im Wandel der Zeit änderten sich die Aufgaben und das Gerät, aber der Mensch war und bleibt das wichtigste Bindeglied in der Kette. Unsere Chronik stellt selbstverständ-lich nur einen Bruchteil der ereignisreichen Geschichte der Banfer Feuerwehr dar, eine Geschichte, die geprägt worden ist durch Männer, die auf der Basis der Freiwilligkeit, aus der heraus unsere Feuerwehr lebt, ihren Dienst zum Wohle der Mitbürger verrichtet haben. 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr steht die Freiwillige Feuerwehr für die Bürger des Banfetales bereit, um Menschen, Tieren und Sachwerte im Gefahren-falle die notwendige Hilfe zukommen zu lassen. Denjenigen, die uns etwas belächeln, sei gesagt: Unser Engagement ist freiwillig, für einige vielleicht ihr Hobby, aber es ist nicht unser Beruf. Und so wünschen und hoffen wir, daß sich auch in Zukunft, wie in der Vergangenheit, junge Frauen und Männer finden, um für ihren Nächsten einzutreten. In diesem Sinne feiert der Löschzug Banfetal der Freiwilligen Feuerwehr Bad Laasphe vom 20.07. bis 22.07.2001 sein 100-jähriges Jubiläum mit den Bewohnern des Banfetales und den Feuerwehrkameraden der näheren und weiteren Umgebung.

 

Ein neues Jahrtausend beginnt

 

 

Weltweit wurde zum Jahrtausendwechsel 1999-2000 ein Computer-Crash befürchtet. Durch die Datumsumstellung mit den drei Nullen rechnete man damit, daß schlimmsten Falls ganze Stromversorgungsnetze zusam-menbrechen würden, und somit unter anderem die Einsatzbereitschaft von Hilfsorganisationen wie Polizei, Rettungsdienst und Feuerwehr nicht mehr organisiert und gewährleistet werden könnten. Somit wurde vom Kreis Siegen-Wittgenstein angeordnet, zum Jahreswechsel die Feuerwehrhäuser bereitschaftsmäßig zu besetzen, ja sogar wenn möglich ein Fahrzeug pro Ortsteil zu stationieren. Bei uns in Banfe wurde aus der Not eine Tugend gemacht! Diejenigen, die sich für diese Bereitschaft gemeldet hatten, versammelten sich teils mit Partner im Schulungsraum des Feuerwehr-gerätehauses zu einem „nüchternen Jahres-Kehraus!“ Die befürchtete Millennium - Katastrophe fand jedoch nicht statt.

Da aus technischen Gründen die Banfer Kirche zum Jahrtausendwechsel leider nicht angestrahlt war, waren die Banfer Bürger umso mehr überrascht, als um 0 Uhr eine beleuchtete „2000“ im Friedenfeld bei der Pflaumenallee über Banfe strahlte (siehe Foto). Diese kurzfristige, simple Idee von Stefan Gabel wurde beinahe noch durch einen Windbrucheinsatz am Heiligenborn am 30.12.1999 verhindert, denn die Zeit für die Fertigstellung dieser „Idee“ wurde knapp.

Zunächst gab es im Jahr 2000 für die Feuerwehr Banfe keine besonderen Ereignisse.

Nachdem bereits im Herbst 1999 die Banfer Festhalle abgerissen wurde, konnte im Frühjahr 2000 mit dem Bau der neuen Halle begonnen werden. Organisiert wurde dies vom ortsansässigen Förderverein, „Verein für Kultur, Sport und Freizeit e.V.“. Hierfür wurden Eigenleistungen aller Banfer Vereine zu einer wichtigen Notwendigkeit. Diese einmalige außergewöhnliche Situation veranlaßte den „VfB 1920 Banfe e.V.“ dazu, im Jahre 2000, erstmalig das Banfer Dorffest in der Herbertshäuser Festhalle zu feiern. Die Feuerwehr Banfe schwebte aufgrund dessen in der Hoffnung, das 100-jährige Jubiläum im Jahr 2001 vielleicht als erster Banfer „Verein“ in der neuen Festhalle feiern zu dürfen.

 3 Einsätze an einem Tag

 Einmalig in der Banfer Feuerwehrgeschichte sollte ein Wochenende im Mai 2000 werden. Kaum von der Freitagabendübung zuhause angelangt, wurde am 27. Mai nachts gegen 2 Uhr über Meldeempfänger zu einer Ölspur nach Hesselbach gerufen. Rowdys hatten Kanaldeckel auf die Straße gehoben, wodurch bei einem Kfz die Kraftstoffleitung beschädigt wurde. Am Samstagmittag dann gegen 13 Uhr riefen die Sirenen in den Friedenfelder Weg zu einem Wohnungsbrand im Hause Frank. Dieser Brand war zwar schnell unter Kontrolle gebracht worden, erforderte aber viel Aufräumungsarbeiten. Eine Handvoll Feuerwehrkameraden wurde zur Überwachung der Brandstelle zurückgelassen, während sich ein anderer Teil der Kameraden für die Teilnahme am Feuerwehrfest in Bad Berleburg „rüstete“. Der Festzug in Bad Berleburg war noch keine fünf Minuten in Bewegung, da rief ein Alarm über Meldeempfänger (und Sirene) gegen 17 Uhr die Löschzüge I, II und III der Bad Laaspher Wehr zu einem Dachstuhlbrand nach Fischelbach. Durch den durch das Feuerwehrfest bedingten Fahrzeugmangel wurde kurzerhand der Berleburger ELW gekapert, der schon einmal einen Teil der Feuerwehrleute zum Einsatzort beförderte. Weitere Kameraden mußten erst einmal ihre Fahrzeuge aufsuchen.

Allerdings als erste am Brandort waren alle „übriggebliebenen“ Banfer Feuerwehreinsatzkräfte. Nach dem Einsatz am Mittag bewässerten ein Teil der Feuerwehrmänner zunächst die frischgegossene Bodenplatte der neuen Festhalle, und waren zur Zeit der Alarmierung beim Wiederauf-rüsten der Einsatzfahrzeuge noch im Gerätehaus. Zur gleichen Zeit befanden sich zwei Banfer Feuerwehrkameraden auf dem Rückweg von der Hauptwache in Siegen, die dort die Atemluftflaschen neu auffüllen mußten, bedingt durch den Einsatz am Mittag. Der Rückweg über die Nachbarorte im Hessen wurde zur wichtigen Einsatzfahrt, bei der man die Brandstelle in Fischelbach von „der anderen Seite“ angreifen konnte. Der Dachstuhlbrand entwickelte sich schnell zu einem Großeinsatz, der bis zum Sonntagvormittag andauerte.

Während einige Feuerwehrkameraden aus „Transportgründen“ bei dem Feuerwehrfest in Bad Berleburg feiern „mußten“, wurde von den Kameraden in Fischelbach beim Brand des sogenannten „Herrenhauses“ einiges abverlangt!